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| Dienststelle
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Marinenachrichtenschule (M.N.S.)
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| Die Marinenachrichtenschule war die zentrale Ausbildungseinrichtung für den gesamten Nachrichten- und Funkdienst der Kriegsmarine. Sie spielte eine Schlüsselrolle für die Unterseeboot-Waffe, da die sichere Kommunikation und Verschlüsselung die Grundvoraussetzung für die operative Führung und die Durchführung der Rudeltaktik darstellte.
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| Standorte und Entwicklung
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| M.N.S. I Flensburg-Mürwik: |
Hauptstandort und traditionsreichstes Stammhaus in massiven Kasernenanlagen. Hier fand primär die Ausbildung der Offiziere (Crews 37/38) in Kryptografie und Nachrichtentaktik statt. In den letzten Kriegswochen 1945 war die Schule Teil des "Sonderbereichs Mürwik" der Regierung Dönitz.
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| M.N.S. II Aurich: |
Eröffnet 1940 in der Blücher-Kaserne. Größtes Zentrum für Mannschaften und Unteroffiziere. Bekannt für extrem hohe Anforderungen an die Hörgeschwindigkeit beim Morsen unter Störgeräuschen.
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| Weitere Standorte: |
Die M.N.S. III in Husum (Landnachrichtendienst/Funkaufklärung) sowie die spezialisierte Schule für Funkmesskunde in Stolp-Reitz (Pommern) zur Ausbildung an Radargeräten wie Metox oder Hohentwiel.
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| Gliederung der Ausbildungsinhalte
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| Funk- und Signalwesen: |
Ausbildung im Geben und Lesen von Morsesignalen, Betrieb von Kurz- und Längstwellensendern sowie die Beherrschung der Funkverkehrsverfahren zur Minimierung der Peilgefahr durch Kurzsignale.
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| Kryptografie (Enigma): |
Zentraler Schwerpunkt war die fehlerfreie Bedienung der Schlüsselmaschine Enigma. Die Sicherheit der Verschlüsselung galt als Lebensversicherung der Besatzungen; jeder Fehler konnte dem Gegner den Standort preisgeben.
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| Funkmesskunde (Radar): |
Ab 1943 Ausbildung an Radardetektoren und aktiven Ortungsgeräten. Aufgrund der Luftgefahr besuchten fast alle Nachrichtenoffiziere nach dem Grundlehrgang diese Spezialkurse.
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| Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe
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| Spezialisierung: |
Nur an der M.N.S. erhielten die Männer den Schliff für den Dienst unter Wasser, inklusive des Empfangs von Längstwellensignalen in großer Tauchtiefe und der Koordination komplexer Funknetze.
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| Personalstruktur: |
Die Schule stellte die hochqualifizierten Funkmeister und Nachrichtenoffiziere, die für die Verwaltung der Geheimsachen und die operative Kommunikation mit dem B.d.U. verantwortlich waren.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der Marinenachrichtenschulen I, II und III. Beinhaltet Lehrgangspläne, Prüfungsvorschriften und Berichte über die Funkerausbildung.
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| BArch RM 7 / 845 |
Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zum Nachrichtenwesen und zur Einführung der Funkmesskunde.
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| BArch PERS 6 |
Personalunterlagen der Lehroffiziere und Ausbilder an den Standorten Flensburg-Mürwik und Aurich.
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| Literaturverweise
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| Bonatz, Heinz |
"Die deutsche Marine-Funkaufklärung 1914–1945". (Details zur Organisation und Ausbildung an den Nachrichtenschulen).
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Nachrichtenwesen und den Schulstandorten).
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| Giermann, Joachim |
"Die deutsche Sperrwaffe" (Informationen zur technischen Kommunikation und Signaldisziplin).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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