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Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere

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Version vom 15. Februar 2026, 17:49 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Ausbildung Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere
Der Nachrichtenlehrgang für Unterseeboot-Wachoffiziere bildete in der Regel den abschließenden Teil der landbasierten Fachausbildung für Offiziere. Während die allgemeine Ausbildung die Grundlagen legte, war dieser Kurs speziell auf die operativen Erfordernisse des U-Boot-Krieges und die Rolle als verantwortlicher Nachrichtenoffizier zugeschnitten.
Einordnung und Ablauf
Historie & Standort: Mit der Professionalisierung der Funkführung ab 1935 etabliert. Der Lehrgang fand an der Marinenachrichtenschule in Flensburg-Mürwik statt.
Zeitpunkt: Der Kurs schloss sich oft an den U-Sperrlehrgang an und bildete das Finale der spezialisierten Ausbildungsgänge an Land, bevor die Versetzung zur Front erfolgte.
Dauer: Für diesen spezifischen Wachoffizierskurs war ein Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen vorgesehen.
Spezifische Ausbildungsinhalte
Verschlüsselung (Enigma M): Intensive Schulung im Umgang mit der Schlüsselmaschine Enigma. Der W.O. musste das „Schlüsseln“ fehlerfrei beherrschen, da Fehlbedienungen die Entschlüsselung durch den B.d.U. unmöglich machten.
Kurzsignale & Disziplin: Training im Gebrauch des Kurzsignalheftes zur Komprimierung von Lagemeldungen (Position, Gegner, Wetter) in minimale Funkimpulse. Ziel war die Erschwerung der gegnerischen Funkpeilung durch strikte Signaldisziplin.
Funkraum-Aufsicht: Ausbildung zum direkten Vorgesetzten der Funkmeister und Funkmaaten. Koordination des Informationsflusses aus der Funkmessbeobachtung (Radarwarnung) direkt an den Kommandanten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Hauptaufgabe des II. W.O.: Auf einem Frontboot war traditionell der II. Wachoffizier als Nachrichten-Offizier für die Ent- und Verschlüsselung der Befehle des B.d.U. sowie die Verwaltung der Geheimsachen verantwortlich.
Operative Sicherheit: Die Beherrschung der Funkdisziplin war überlebenswichtig. Der Lehrgang stellte sicher, dass Funksprüche so kurz wie möglich abgesetzt wurden, um dem Gegner keine Peilmöglichkeiten zu bieten.
Personalhistorie: In den Stammrollen kennzeichnet dieser Lehrgang die finale Qualifikation für die Rolle des „Nachrichten-Offiziers“ an Bord und die sichere Vernichtung der Schlüsselunterlagen bei drohender Kaperung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marinenachrichtenschulen. Beinhaltet Lehrgangspläne für die spezialisierte Enigma-Schulung und Kurzsignal-Übungen.
BArch RM 7 / 845 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Funkführung der U-Boote und taktischen Anweisungen für Nachrichtenoffiziere.
BArch PERS 6 Personalunterlagen der Seeoffiziere mit Nachweisen über die Absolvierung der Fachlehrgänge in Flensburg-Mürwik.
Literaturverweise
Bonatz, Heinz "Die deutsche Marine-Funkaufklärung 1914–1945". (Details zur Ausbildung und taktischen Bedeutung der Funkdisziplin).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Nachrichtenschule und Ausbildung).
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Informationen zur Aufgabenverteilung der Wachoffiziere an Bord).
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