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Marinelehrwerkstatt

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Dienststelle Marinelehrwerkstatt
Die Marinelehrwerkstätten waren die zentralen technischen Ausbildungsstätten der Kriegsmarine und fungierten als direkte funktionale Vorgänger der im Oktober 1943 aufgestellten Kriegsschiffbaulehrabteilungen (K.L.A.). Sie bildeten gemeinsam mit den Baubelehrungskommados das praktische Rückgrat für die technische Einweisung der Besatzungen direkt am Neubauobjekt.
Historischer Kontext & Organisation
Ära der Baubelehrung: Bis ca. 1943 erfolgte die Ausbildung am Objekt über Baubelehrungs-Gruppen, die von den Stammkompanien direkt in die Lehrwerkstätten entsandt wurden.
Werkstatt-Integration: Die Soldaten waren aktiv in den Arbeitsprozess der Werften integriert, um die Komplexität der Maschinen (Diesel, E-Maschinen, Horchanlagen) von Grund auf zu verstehen.
Standorte: Gebunden an die großen Werften und Marinearsenale (z. B. Deutsche Werke Kiel, Germaniawerft, Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven).
Übergang zur K.L.A.: Ab 1943 übernahm die K.L.A. den organisatorischen Überbau, während die Marinelehrwerkstätten die physische Infrastruktur, Modelle und Meister für die praktische Schulung stellten.
Aufgaben & Spezialisierung
Technische Meisterschaft: Im Gegensatz zur administrativen K.L.A. lag der Fokus der Lehrwerkstätten rein auf der technischen Expertise und handwerklichen Perfektion am Gerät.
Spezialkurse: Durchführung von Lehrgängen für "Spezialmechaniker", die später das Rückgrat der technischen Züge innerhalb der K.L.A. und an Bord der Frontboote bildeten.
Bindeglied: Funktion als Nahtstelle zwischen der theoretischen Ausbildung an den Technischen Marineschulen und der praktischen Frontreife.
Boote bei der Marinelehrwerkstatt (Auswahl)
Baubelehrung I: U 1, U 2, U 3, U 4, U 5, U 6, U 7, U 8, U 9, U 10, U 11, U 12, U 13, U 14, U 15, U 16, U 17.
Baubelehrung II: U 25, U 26, U 27, U 29, U 31, U 32, U 34, U 35, U 37, U 38, U 43, U 44, U 45, U 46, U 47, U 48, U 49, U 50, U 51.
Baubelehrung III: U 54, U 57, U 61, U 94, U 95.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Objektkenntnis: Sicherstellung, dass der Leitende Ingenieur (L.I.) und sein technisches Personal jede Leitung und jedes Ventil ihres Bootes bereits vor der Indienststellung kannten.
Typ XXI Programm: Enge Kooperation mit der U-K.L.A. in Kiel, um die technologischen Sprünge bei den Elektrobooten durch praktische Ausbildung im Marinearsenal zu bewältigen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Unterlagen der Marinestationen (Berichte über die Zusammenarbeit mit Werften und Lehrwerkstätten).
BArch RM 3 Oberkommando der Marine (Bestimmungen über die Ausbildung des technischen Personals und die Baubelehrung).
BArch RM 123 Akten der Marineschulen (Nachweise über Spezialkurse für Mechaniker).
Literaturverweise
Rössler, Eberhard "Geschichte des deutschen U-Bootbaus" (Details zur Baubelehrung und technischen Abnahme).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur technischen Ausbildung).
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