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Artillerielehrgang für U-Wachoffiziere

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Datenblatt Artillerielehrgang für U-Wachoffiziere
Der Artillerielehrgang für Unterseeboot-Wachoffiziere war eine spezialisierte Waffenausbildung, die primär auf die Handhabung der Schiffsartillerie und der Flugabwehr-Waffen an Bord eines Unterseebootes ausgerichtet war. Während der allgemeine Offizierslehrgang die Grundlagen legte, konzentrierte sich dieser Kurs auf die taktische Feuerleitung unter den besonderen Bedingungen eines Bootes vom Typ VII C oder Typ XXI.
Ausbildungsziele und Standorte
Das Hauptziel war die Ausbildung zum Artillerie-Offizier des Bootes. Der Wachoffizier sollte in der Lage sein, sowohl den Überwasserangriff mit der Bordkanone gegen Frachtschiffe als auch die Abwehr feindlicher Flugzeuge zu leiten.
Standorte: Die Ausbildung fand an den Marineartillerieschulen (beispielsweise in Saßnitz oder Heiligenhafen) sowie an den Marineflakschulen (beispielsweise in Swinemünde) statt.
Praxis: Ein wesentlicher Teil waren die Schießübungen auf See gegen schwimmende Ziele (Tonnen oder alte Schiffsrümpfe) und gegen Luftziele (Schleppzusätze von Flugzeugen).
Lehrinhalte und Waffenkunde
Die Ausbildung umfasste alle Kaliber, die auf U-Booten geführt wurden:
Deckgeschütz: Handhabung und Feuerleitung der 8,8 cm oder 10,5 cm Schiffskanone (primär für den Typ VII C und Typ IX). Der Offizier lernte das Schießen bei Seegang und die Korrektur des Treffbildes durch Beobachtung der Einschläge.
Flugabwehr (Flak): Ausbildung an der 2 cm und 3,7 cm Flak. Hier lag der Fokus auf der schnellen Zielansprache und der Abwehr von Tieffliegern.
Munitionskunde: Studium der verschiedenen Granattypen (Sprenggranaten, Panzergranaten, Leuchtgranaten) und deren Wirkung im Ziel.
Taktische Feuerleitung
Der Wachoffizier fungierte als „Auge“ des Geschützes:
Entfernungsmessung: Schätzen und Messen der Distanz zum Ziel sowie die Übermittlung der Korrekturwerte an die Richtschützen.
Gefechtsführung: Koordination der Geschützbedienung (Mannschaften) unter Zeitdruck. Er war verantwortlich für die Sicherheit an Oberdeck, insbesondere für das schnelle Klarmachen zum Tauchen nach dem Ende des Artilleriegefechts.
Besonderheit Typ XXI: Da der Typ XXI kein schweres Deckgeschütz mehr besaß, verschob sich der Schwerpunkt hier vollständig auf die Bedienung der in den Türmen integrierten 3 cm Flak-Zwillinge und deren ferngesteuerte Feuerleitung.
Bedeutung für die Besatzung
Nach Abschluss des Lehrgangs war der Offizier (meist der II. Wachoffizier) der direkte Vorgesetzte der Artillerie- und Flak-Gasten. Er war verantwortlich für die Wartung der Waffen im salzhaltigen Milieu und die ständige Einsatzbereitschaft der Munition.
Quellenangabe
Marine-Dienstvorschrift Nummer 371 (Flakvorschrift) waren die verbindlichen Lehrunterlagen.
Marine-Dienstvorschrift Nummer 311 (Schiessvorschrift für die Schiffsartillerie) waren die verbindlichen Lehrunterlagen.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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