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7. Schiffsstammabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt 7. Schiffsstammabteilung
Die 7. Schiffsstammabteilung war eine grundlegende Ausbildungseinheit der Kriegsmarine, die primär für die infanteristische und seemännische Erstausbildung des Personals zuständig war.
Aufstellung und Standorte
Die Abteilung wurde im Januar 1938 in Stralsund/Dänholm aufgestellt und unterstand der 2. Admiralität der Ostsee. Im Verlauf des Krieges, insbesondere im Jahr 1940, erfolgte eine Verlegung nach Swinemünde und später nach Gleiwitz (Oberschlesien), um den Ausbildungsbetrieb fernab der unmittelbaren Frontlinien und Luftangriffe sicherzustellen.
Aufgaben in der Grundausbildung
Hier absolvierten Rekruten ihre Grundausbildung. Dies umfasste den formalen Exerzierdienst, die Ausbildung an Handfeuerwaffen sowie die Vermittlung von Disziplin und Marine-Tradition. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase wurden die Soldaten – darunter viele spätere Obermatrosen der U-Boot-Waffe – zu Speziallehrgängen (wie dem Nachrichtenlehrgang) kommandiert.
Struktur
Die Abteilung bestand in der Regel aus vier bis sechs Kompanien. Jede Kompanie hatte eine Stärke von etwa 150 bis 250 Mann und wurde von einem Kapitänleutnant oder Oberleutnant zur See als Kompaniechef geführt.
Fachliche Aufteilung: Innerhalb dieser Kompanien gab es oft eine Spezialisierung bereits während der Grundausbildung. Es gab Kompanien für seemännisches Personal (Laufbahn I) und solche für technisches Personal (Laufbahn II - Maschinen-Anwärter). Letztere erhielten bereits erste Einweisungen, die sie auf spätere Aufgaben auf U-Booten vorbereiteten.
Züge und Gruppen: Jede Kompanie unterteilte sich weiter in Züge, die von einem erfahrenen Oberfeldwebel oder Leutnant geführt wurden (hier kam der Zugführerlehrgang zum Tragen). Der kleinste Verband war die Gruppe (ca. 10 bis 12 Mann) unter der Führung eines Maaten oder Obermatrosen als Gruppenführer.
Stabsabteilung: Zusätzlich zu den Ausbildungskompanien gab es eine Stabsabteilung, die für die gesamte Verwaltung, das Personaloffizier-Wesen und die Logistik der Abteilung (einschließlich Verpflegung und Besoldung durch den Zahlmeister) zuständig war.
Stamm-Kompanie: Für das permanente Stammpersonal (Ausbilder, Schreiber, Handwerker), das dauerhaft in Stralsund oder Swinemünde verblieb, existierte oft eine eigene Stamm-Kompanie.
Kriegsende
In den letzten Kriegswochen des Jahres 1945 wurden Teile der Abteilung im Rahmen von Ad-hoc-Verbänden zur Verteidigung der Küstenabschnitte oder im infanteristischen Erdkampf eingesetzt, was oft zu hohen Verlusten unter dem jungen Stammpersonal führte.
7. Schiffsstammabteilung war – wie alle Schiffsstammabteilungen der Kriegsmarine – intern in mehrere Unterabteilungen, sogenannte Kompanien, gegliedert. Diese Struktur diente dazu, die große Anzahl an Rekruten (oft mehrere tausend Mann pro Abteilung) fachlich und organisatorisch zu bewältigen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildungszentrum für Spezialisten: Da Wesermünde ein wichtiger technischer Standort war, durchliefen viele spätere technische Unteroffiziere und Mannschaften der U-Boot-Waffe hier ihre erste soldatische Prägung.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert die 7. S.S.A. oft den Diensteintritt von Personal, das später in den Werftdivisionen oder als technisches Personal auf U-Booten der Nordseeflottillen (z. B. Wilhelmshaven) eingesetzt wurde.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften und Organisationspläne der Schiffsstammabteilungen der Nordsee (1935–1943)
BArch RM 121 / 642 Rekrutenstammrollen der 7. Schiffsstammabteilung Wesermünde (Dokumentation der Einstellungsjahrgänge)
BArch RM 3 / 1024 Akten des OKM über die Standorte und Ausbildungskapazitäten der Stammabteilungen an der Weser
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation der Marinestation der Nordsee)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur systematischen Übersicht der Schiffsstammabteilungen)
Hildebrand, Hans H.: Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien (Kontext zur Bedeutung von Wesermünde/Bremerhaven als Marinegarnison)
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