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2. Funktechnischer-Offizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt 2. Funktechnischer-Offizier
In der Hierarchie der Kriegsmarine war der 2. Funktechnische Offizier (2. F.T.O.) eine spezialisierte Dienststellung, die vor allem auf großen Überwassereinheiten (Schlachtschiffe wie Tirpitz, Schwere Kreuzer) und in Stäben existierte. Auf U-Booten gab es diese Position aufgrund der engen Platzverhältnisse in der Regel nicht; dort war meist nur ein einziger F.T.O. (oft in Personalunion mit dem Nachrichtenoffizier) vorhanden.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Die Dienststellung wurde ab 1943 geschaffen, als die Komplexität der Funkmesstechnik (Radar und Radarwarnung) so stark zunahm, dass ein einzelner Offizier die Wartung, Ausbildung und den operativen Einsatz der Geräte nicht mehr allein bewältigen konnte.
Funktion: Er war der Assistent des 1. F.T.O. und meist für einen spezifischen technischen Teilbereich verantwortlich.
Fachliche Teilung: Während der 1. F.T.O. die taktische Verwendung (Ortung des Gegners) koordinierte, war der 2. F.T.O. oft für die Einsatzbereitschaft der Hardware und die Ausbildung des Bedienpersonals (Funkmessmechaniker/-gasten) zuständig.
Radarabwehr: Er überwachte die korrekte Justierung der Funkmessbeobachtungsgeräte (Radarwarner), um Eigenabstrahlungen zu verhindern, die das Schiff/den Verband verraten könnten.
Ende: Mit der Kapitulation im Mai 1945 endete die Dienststellung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Viele Offiziere, die als 2. F.T.O. auf Schlachtschiffen oder Kreuzern gedient hatten, wurden Ende 1944 zur U-Boot-Waffe versetzt. Ihre technische Expertise war für die neuen Elektroboote (Typ XXI) unentbehrlich.
Stabsarbeit: In den Stäben der Sicherungsdivisionen (z. B. der 11. Sicherungsdivision) koordinierte der 2. F.T.O. oft die technischen Details der Geleitsicherung für einlaufende U-Boote.
Biografischer Marker: In den Biografien der Kommandanten deutet diese Verwendung auf ein hohes technisches Verständnis hin – diese Männer wurden oft gezielt für die Baubelehrung technologisch fortschrittlicher U-Boote ausgewählt.
Quellenangabe
Bundesarchiv Signatur RM 37 Flottenkommando. Invenio Online-Recherche. Enthält die Stellenbesetzungspläne der großen Einheiten, in denen der 2. F.T.O. namentlich aufgeführt ist.
Bundesarchiv Signatur PERS 6 Personalakten von Offizieren der Kriegsmarine. In den Werdegängen ist diese Spezialverwendung oft als Qualifikationsmerkmal für die spätere U-Boot-Laufbahn vermerkt.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Wichtig für die namentliche Zuordnung in den Schiffsstäben).
Fritz Trenkle Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945. (Standardwerk für die technische Seite der F.T.O.-Arbeit).
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