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15. Marine-Ersatzabteilung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt 15. Marine-Ersatzabteilung
15. Marine-Ersatzabteilung (15. M.E.A.) fungierte primär als personelles Reservoir für die Zerstörer- und Torpedobootwaffe; ihr Einsatz in der Endphase des Krieges ist ein bezeichnendes Beispiel für die Verwendung von Marinepersonal als Infanterie im verzweifelten Erdkampf gegen die Rote Armee.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Die Abteilung wurde am 01.01.1944 in Swinemünde gebildet. Sie ging direkt aus der bisherigen Zerstörer- und Torpedostammabteilung hervor und übernahm deren Aufgaben und Standorte.
Struktur: Truppendienstlich unterstand die Abteilung dem Marineersatz-Regiment 1. Ihre Hauptaufgabe war die Bereitstellung und Ausbildung von Ersatzpersonal für die schwimmenden Einheiten der Überwasserflotte.
Einsatz und Ende: Im März 1945 wurde die 15. M.E.A. aufgrund der prekären Frontlage dem Kampfkommandanten von Cammin (Pommern) unterstellt und im direkten Erdkampf eingesetzt. Dabei wurde die Abteilung fast vollständig aufgerieben. In diesen schweren Kämpfen fiel auch der Abteilungs-Kommandeur, Korvettenkapitän d. R. Friedrich-Karl Petersen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalaustausch: Obwohl primär für Zerstörer zuständig, gab es personelle Überschneidungen mit der U-Boot-Waffe, da spezialisiertes technisches Personal oft über die Marineersatz-Abteilungen in Swinemünde umgeleitet wurde.
Infanteristische Reserve: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert die Zuweisung zur 15. M.E.A. im Jahr 1944/45 oft das Ende der maritimen Verwendung. Viele Soldaten, die zuvor einen Infanterielehrgang absolviert hatten, fanden sich hier als Teil einer „Alarmeinheit“ wieder.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 642 Stammrollen der 15. Marine-Ersatzabteilung (Nachweise über Personalzugänge aus dem Zerstörerstamm).
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Umgliederung der Stamm- in Ersatzabteilungen (1944).
BArch RM 7 / 2337 Akten der Seekriegsleitung zum Einsatz von Marineverbänden im Erdkampf an der Oder-Front.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Ersatzorganisation und den Marine-Schützen-Verbänden).
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Marine-Ersatzabteilungen).
Harnack, Wolfgang: Die Verteidigung der Küsten (Details zum Kampf um Cammin und Swinemünde 1945).
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