Aktionen

Karlsruhe

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 16. Februar 2026, 13:36 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
!!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe !!!
Datenblatt Leichter Kreuzer Karlsruhe
Die Karlsruhe war der zweite Kreuzer der K-Klasse (Königsberg-Klasse). Sie war eine innovative Konstruktion der Reichsmarine, die durch Elektroschweißung und eine kombinierte Antriebsanlage (Diesel/Turbine) auffiel. Sie diente vor dem Krieg als eines der wichtigsten Ausbildungsschiffe für den Offiziersnachwuchs auf weltweiten Reisen.
Baudaten & Technische Maße
Bauwerft: Deutsche Werke, Kiel.
Kiellegung: 27.07.1926.
Stapellauf: 20.08.1927.
Indienststellung: 06.11.1929.
Tonnage: 6.000 ts (Standard) / 7.700 ts (Maximal).
Dimensionen: Länge: 174,0 m / Breite: 15,2 m / Tiefgang: 6,28 m.
Besatzung: ca. 514 bis 850 Mann (inkl. Kadetten und Lehrgangsteilnehmer).
Bewaffnung & Ausrüstung
Hauptartillerie: 9 x 15-cm-SK L/60 in drei Drillingstürmen (Besonderheit: Achtere Türme seitlich versetzt für besseren Bestreichungswinkel nach vorn).
Flak: 6 x 8,8-cm L/76, 8 x 3,7-cm, 8 x 2-cm.
Torpedos: 12 x 53,3-cm Torpedorohre in vier Drillingssätzen.
Bordflugzeuge: 2 Heinkel He 60 (später Arado Ar 196) mit Katapultanlage.
Maschinenanlage & Leistung
Antrieb: 2 Satz Brown-Boveri-Turbinen (65.000 PS) für Höchstfahrt; 2 MAN-10-Zylinder-Dieselmotoren (1.800 PS) für Marschfahrt.
Geschwindigkeit: 32 kn (Turbinen) / 10 kn (Diesel).
Reichweite: 5.700 sm bei 19 kn.
Ausbildungsreisen (Weltreisen 1930–1936)
1. Auslandsreise: 24.05.1930 – 12.12.1930. Route: Mittel- und Südamerika (u. a. Westindien).
2. Auslandsreise: 30.11.1931 – 08.12.1932. Route: Weltreise über Westindien, Mittelamerika, US-Westküste, Hawaii, Japan, Philippinen, Indonesien, Indien und durch den Suezkanal zurück.
3. Auslandsreise: 14.10.1933 – 16.06.1934. Route: Umrundung Afrikas, weiter nach Indonesien, Australien, Neuseeland und durch den Panamakanal zurück.
4. Auslandsreise: 22.10.1934 – 15.06.1935. Route: Süd- und Mittelamerika, US-Ostküste und Kanada.
5. Auslandsreise: 21.10.1935 – 13.06.1936. Route: Afrika, Indonesien, Japan, Philippinen und US-Westküste. (Abbruch weiterer Reisen wegen schwerer Sturmschäden im Pazifik).
Einsatzgeschichte & Gefechtschronik April 1940
Unternehmen Weserübung: Flaggschiff der Gruppe 4 für die Besetzung von Kristiansand. Beteiligung an der Niederkämpfung der norwegischen Küstenbatterien von Odderøya am 09.04.1940.
Angriff HMS Truant: Am 09.04.1940 um 19:00 Uhr auf dem Rückmarsch vom britischen U-Boot HMS Truant torpediert. Zwei Treffer auf der Backbordseite führten zum Totalausfall der Maschinen und Blockade des Ruders.
Versenkung & Verbleib: Aufgrund Manövrierunfähigkeit und drohender weiterer Angriffe wurde die Besatzung von den Torpedobooten Luchs und Seeadler übernommen. Um 22:50 Uhr durch Torpedoboot Greif mit zwei Fangschüssen versenkt.
Wiederentdeckung 2020: Das Wrack wurde im Sommer 2020 bei Kabelinspektionsarbeiten durch Statnett in 490 m Tiefe identifiziert. Das Schiff steht aufrecht auf dem Kiel und ist bemerkenswert gut erhalten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede: Die Karlsruhe war eine essenzielle Station für die Crews der 30er Jahre. Viele spätere U-Boot-Kommandanten (z.B. Crews 33-36) absolvierten hier ihre Bordausbildung und lernten Disziplin sowie Seemannschaft auf Fernreisen.
Technisches Training: Die Ausbildung an den modernen Feuerleitanlagen und der kombinierten Antriebstechnik (Diesel/Turbine) legte das Fundament für das Verständnis technischer Innovationen auf den späteren U-Booten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 Kriegstagebücher (KTB) des Leichten Kreuzers Karlsruhe (Detaillierte Berichte über die Kämpfe in Norwegen).
BArch RM 123 Unterlagen der Inspektion des Bildungswesens der Marine zu den weltweiten Auslandsreisen.
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Dokumentiert die Dienstzeiten der Kadetten an Bord).
Literaturverweise
Gröner, Erich "Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945". Band 1 (Technische Daten und Verbleib).
Koop / Schmolke "Die Leichten Kreuzer der Königsberg-Klasse" (Detaillierte Monografie).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Bände I & II.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132