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U-Taktische Ausbildung

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Version vom 15. Februar 2026, 18:20 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
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Ausbildung U-Taktische Ausbildung
Die U-Taktische Ausbildung bildete den finalen kognitiven Schliff für das Führungspersonal der U-Boot-Waffe. Während technische Lehrgänge das Handwerk vermittelten, wurde hier das strategische Denken geschult: Das Ziel war die Befähigung, ein Boot oder eine Gruppe von Booten („Rudel“) erfolgreich gegen gesicherte Geleitzüge zu führen.
Historischer Kontext & Organisation
Grundlagen der Rudeltaktik: Im Zentrum stand die von Karl Dönitz entwickelte Taktik des koordinierten Angriffs. Die Offiziere der Crews 37/38 lernten, Geleitzüge zu finden, Fühlung zu halten, weitere Boote per Funk heranzuführen und bei Nacht koordiniert über Wasser anzugreifen, um die gegnerische Abwehr (Radar/Asdic) zu unterlaufen.
Der Taktik-Simulator: In Lehrsälen (z. B. der 2. U.L.D.) wurde an riesigen Tischen mit Schiffsmodellen trainiert. In Planspielen mussten die Schüler in Sekunden auf unvorhergesehene Lagen, wie das plötzliche Auftauchen eines Zerstörers, reagieren, um ihre taktischen Instinkte zu schärfen.
Praktische Übungen: Auf See (z. B. bei der 27. U-Flottille) simulierten mehrere Schulboote ein Wolfsrudel gegen einen Übungs-Geleitzug. Hierbei wurden Funkdisziplin, das Halten der Fühlung bei schlechter Sicht und das Manövrieren unter Gefechtsbedingungen in der Ostsee gedrillt.
Gliederung der Lehrinhalte
Zusammenarbeit Luftwaffe: Schulung in der Kooperation mit Fernaufklärern. Die Offiziere lernten die Interpretation von Luftmeldungen und den Einsatz des Bootes als Funkfeuer für einfliegende Maschinen – ein Schwerpunkt der Jahre 1941/42.
Abwehrtaktik: Tiefgehendes Verständnis der gegnerischen Sicherungsmittel. Die Schüler lernten die Schwachstellen von ASDIC-Ortung und Radar kennen, um Angriffe so unauffällig wie möglich zu gestalten.
Führung & Kommunikation: Drillen der Führungs- und Meldewege zwischen den Booten und dem B.d.U. (Befehlshaber der Unterseeboote), um die Schlagkraft des Verbandes durch Zeitkoordination zu maximieren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Gefechtsreife: Die taktische Ausbildung schuf die Voraussetzung für den Erfolg an der Front. Sie formte das „Jäger-Denken“, das für die operative Effektivität der Waffe entscheidend war.
Werdegang: In den Stammrollen markiert dieser Lehrgang den Übergang von der theoretischen Fachschulung zur operativen Einsetzbarkeit. Er war die letzte Stufe vor der Versetzung zur Baubelehrung oder direkt auf ein Frontboot.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen. Beinhaltet taktische Richtlinien und Protokolle der Planspiele in den Taktik-Lehrsälen.
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) über die taktische Zusammenarbeit zwischen Marine und Luftwaffe (Aufklärung).
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere mit Nachweisen über die Teilnahme an taktischen Verbandsübungen in der Ostsee.
Literaturverweise
Dönitz, Karl „Zehn Jahre und zwanzig Tage“ (Details zur Entwicklung und Ausbildung der Rudeltaktik).
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim „Der U-Boot-Krieg 1939-1945“ (Informationen zur taktischen Schulung bei der 27. U-Flottille).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel zur taktischen Ausbildung).
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