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| Ausbildung
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Kommandanten-Lehrgang (K.L.)
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| Der Kommandanten-Lehrgang für Unterseeboote war die abschließende und anspruchsvollste Stufe in der Ausbildung eines Seeoffiziers. Dieser Lehrgang stellte sicher, dass die künftigen Kommandanten nicht nur technisch versiert, sondern auch taktisch in der Lage waren, ein Boot im Gefecht autonom zu führen und die Verantwortung für Besatzung und Material zu tragen.
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| Voraussetzungen und Organisation
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| Zielgruppe: |
Nur Offiziere (meist Oberleutnants zur See oder Kapitänleutnants), die sich bereits als Wachoffiziere auf mehreren Feindfahrten bewährt hatten. Die Auswahl erfolgte persönlich durch den B.d.U. basierend auf Frontbeurteilungen.
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| Standorte: |
Die Ausbildung unterstand der 2. U-Lehrdivision und fand in Stützpunkten wie Neustadt/Holstein oder Gotenhafen statt. Zentral war zudem die 24. U-Flottille in Memel, die als spezielle Ausbildungsflottille mit erfahrenen Frontlehrern fungierte.
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| Abschluss: |
Am Ende stand keine Note, sondern das Urteil des Flottillenchefs über die "Kommandantenfähigkeit". Bei Bestehen folgte meist unmittelbar die Kommandierung zur Baubelehrung für ein Neubau-Boot.
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| Gliederung der Lehrgangsinhalte
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| Angriffs-Simulation: |
Training in Land-Simulatoren (z. B. in Memel). Der Offizier musste am echten Sehrohr Kurs, Geschwindigkeit und Lagewinkel bewegter Schiffsmodelle innerhalb von Sekunden schätzen und das Vorhaltedreieck im Kopf mitrechnen.
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| Praktisches Schießwesen: |
Das Herzstück war das Übungsschießen in der Ostsee gegen manövrierende Zielschiffe. Hier wurde das Anpirschen, das Verhalten bei Gegenangriffen und das exakte Timing des Torpedoschusses unter Realbedingungen gedrillt.
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| Führung & Recht: |
Planspiele zur Menschenführung in Krisensituationen (Schäden/Erschöpfung) sowie intensive Prüfung der internationalen Prisenordnung, um völkerrechtliche Zwischenfälle beim Anhalten von Handelsschiffen zu vermeiden.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Qualitätssicherung: |
Der K.L. war der entscheidende Filter der Waffe. Er stellte sicher, dass nur die fähigsten und nervenstärksten Offiziere die Verantwortung für ein Millionenprojekt und 50 Menschenleben erhielten.
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| Taktische Reife: |
Neben der Waffenanwendung wurde die präzise Kriegstagebuchführung geschult, da diese die Basis für die spätere operative Auswertung und taktische Weiterentwicklung durch die Führung der U-Boote bildete.
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| Personalhistorie: |
In den Stammrollen markiert der K.L. den Übergang zur höchsten Karrierestufe an Bord. Er dokumentiert die Befähigung zum eigenständigen operativen Handeln an der Front.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 123 |
Akten der 2. U-Lehrdivision und der 24. U-Flottille. Beinhaltet Lehrgangspläne und Kriterien für die Kommandantenprüfung.
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| BArch RM 7 |
Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Auswahlordnung für angehende U-Boot-Kommandanten.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert das Abschlussurteil "Kommandantenfähig" als Voraussetzung für die eigene Bootsübernahme.
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| Literaturverweise
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| Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim |
"Der U-Boot-Krieg 1939-1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Werdegänge und Lehrgangsdaten).
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| Merten, Karl-Friedrich |
"Nach Kompass: Lebenserinnerungen eines Seeoffiziers". (Detaillierte Schilderung der Ausbildung in Memel).
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Ausbildungswesen).
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