|
|
|
| Ausbildung
|
Ortungslehrgang
|
|
|
|
|
| Der Ortungslehrgang war eine hochspezialisierte technische Ausbildung, die während des Krieges massiv an Bedeutung gewann, um dem alliierten Vorsprung bei Radar (Funkmess) und Sonar (Schallortung) zu begegnen. Das Überleben des Bootes hing direkt von der Qualität des hier geschulten Personals ab.
|
|
|
|
|
| Historischer Kontext & Organisation
|
|
|
| Ausbildungsstätten: |
Die Schulung erfolgte an der Marinenachrichtenschule Mürwik, dem Nachrichtenmittelversuchskommando (N.V.K.) in Pelzerhaken sowie in speziellen Unterrichtsgruppen der U-Lehrdivisionen (U.L.D.).
|
| Zweige der Ortung: |
Man unterschied zwischen der passiven Schallortung (Gruppenhorchgerät GHG / Kristallhorchgerät KDB) und der aktiven/passiven Funkmessortung (Geräte wie „Hohentwiel“, „Metox“, „Naxos“ oder „Tunis“).
|
| Der „Horchpass“: |
Absolventen erhielten ein Dokument, in dem die individuelle Hörfähigkeit und die Rate der Zielidentifikation festgehalten wurde. Da akustische Ortung „Handarbeit“ war, war dieser Pass das Zeugnis für das überlebenswichtige Gehör des Horchers.
|
|
|
|
|
| Gliederung der Lehrinhalte
|
|
|
| Akustische Täuschung (Bold): |
Ausbildung im taktischen Einsatz von Täuschkörpern (Gasentwickler). Funkmaaten lernten den Abwurf zur Verwirrung des gegnerischen ASDIC unter Berücksichtigung der Wasserschichtung (Thermokline).
|
| Das S-Gerät (Sondergerät): |
Schulung an der aktiven Schallortung zur Minensuche oder im Angriffsfinale. Besonderer Fokus lag auf der Risiko-Schulung, da das S-Gerät durch eigene Impulse die Position des Bootes verriet.
|
| Kalibrierung & Abnahme: |
Bei der 2. K.L.A. in Hamburg prüften technische Kommandos gemeinsam mit Lehrgangsabsolventen die Horch-Anlagen (Balkongerät) vor Ablieferung der Typ XXI-Boote. Auf Wohnschiffen wie der „Robert Ley“ wurden hierzu provisorische Test-Werkstätten betrieben.
|
|
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Überlebensfaktor: |
Die rechtzeitige Warnung vor alliiertem Radar war ab 1943 die Hauptvoraussetzung für den Einsatz. Die Qualität des Ortungspersonals entschied über das rechtzeitige Alarmtauchen.
|
| Verantwortlichkeit: |
In der Regel leitete der II. Wachoffizier oder ein spezialisierter 3. Funktechnischer Offizier (F.T.O.) den Ortungsdienst an Bord.
|
| Personalhistorie: |
In den Stammrollen markiert dieser Lehrgang die Spezialisierung auf elektronische Kriegführung, oft unmittelbar vor der Versetzung auf modernisierte Frontboote (Typ VII C/41, IX oder XXI).
|
|
|
| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch RM 123 |
Akten der Marinenachrichtenschulen und Versuchskommandos. Beinhaltet Lehrgangspläne zur Funkmess- und Horchausbildung.
|
| BArch RM 7 / 845 |
Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Einführung neuer Ortungs- und Warnsysteme auf U-Booten.
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten der Funktechnischen Offiziere und Spezialisten mit Nachweisen über die Ausbildung in Pelzerhaken.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Rössler, Eberhard |
„Die deutschen U-Boote und ihre Werften“ (Details zur Ortungstechnik und deren Erprobung).
|
| Trenkle, Fritz |
„Die Funkmessverfahren der deutschen Kriegsmarine“ (Standardwerk zur technischen Ausbildung und Gerätkunde).
|
| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. |
„Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel zur technischen Ausbildung).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|