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Segelbelehrungsfahrt

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Datenblatt Segelbelehrungsfahrt
In der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine war die Segelbelehrungsfahrt ein obligatorischer Bestandteil der Grundausbildung für Offizieranwärter, um sie in den elementaren Gesetzen der Seemannschaft und Naturgewalten zu schulen.
Zweck und Ausbildungsinhalte
Die Fahrt fand auf Segelschulschiffen (wie der Niobe, Gorch Fock, Horst Wessel oder der Seeadler) statt. Ziel war es, den angehenden Offizieren der Fähnrichskompanie ein tiefes Verständnis für Wind, Strömung und die Bewegungen eines Schiffes im Wasser zu vermitteln. Die Ausbildung war körperlich extrem fordernd: Die Anwärter arbeiteten als Matrosen in der Takelage, lernten das Segelsetzen, das Manövrieren ohne Maschinenkraft und die traditionelle Navigation. In der Reichsmarine galt dieser Abschnitt als die härteste Prüfung für den Charakter und die physische Belastbarkeit der Crews der 1920er Jahre.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Obwohl U-Boote hochtechnisierte Maschinen waren, bildete die Segelbelehrungsfahrt das moralische und praktische Fundament für den Dienst unter Wasser:
Wetter- und Seegefühl: Ein Kommandant, der das Verhalten eines Schiffes im Sturm auf einem Segler erlernt hatte, konnte die Grenzen seines Bootes bei schwerer See im Nordatlantik weitaus besser einschätzen. Dieses „Gefühl für das Schiff“ war entscheidend für die Sicherheit bei Überwasserangriffen.
Kameradschaft und Disziplin: Die Enge und die notwendige absolute Verlässlichkeit aufeinander während der Segelbelehrungsfahrt simulierten die sozialen Bedingungen auf einem U-Boot. Wer sich hier nicht in die Gemeinschaft einfügte, wurde meist frühzeitig aus der Offizierslaufbahn ausgesondert.
Navigatorische Grundlagen: Die während der Fahrt vertieften Kenntnisse in der astronomischen Navigation und der Besteckrechnung waren die Basis für den späteren Navigationslehrgang und die überlebenswichtige Positionsbestimmung auf Feindfahrt.
Reichsmarine und Kriegsmarine stellte die Segelbelehrungsfahrt auf der Yacht Seeadler eine spezialisierte Form der nautischen Grundausbildung dar, die meist in kleinen Gruppen von Offizieranwärtern durchgeführt wurde.
Die Segelbelehrungsfahrt auf der Yacht Seeadler
Im Gegensatz zu den Fahrten auf den großen Segelschulschiffen diente der Dienst auf der Seeadler der intensiven Kleingruppenausbildung. Hier mussten die Fähnriche zur See unter direkter Aufsicht eines erfahrenen Seeoffiziers oder eines Deckoffiziers alle Funktionen an Bord selbst wahrnehmen.
Inhalte und Ausbildungsschwerpunkte
Praktische Seemannschaft: Die Teilnehmer lernten das Segeln auf einer hochseetauglichen Yacht, was ein deutlich schnelleres Reagieren auf Windwechsel und Seegang erforderte als auf Großseglern.
Nautische Führung: Jeder Anwärter musste zeitweise die Rolle des Schiffsführers übernehmen. Dies schulte das Verantwortungsbewusstsein und die Entscheidungskraft in kritischen Situationen.
Navigation unter Realbedingungen: Die während der Fahrt durchgeführten Besteckrechnungen und astronomischen Ortsbestimmungen waren praktische Anwendungen des Navigationslehrgangs. Die Ergebnisse wurden direkt zur Kursfestlegung genutzt.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Schulung der Sinne: Das Segeln auf der Seeadler entwickelte ein instinktives Verständnis für die Bewegungen eines kleinen Fahrzeugs im Wasser. Diese „nautische Intuition“ war für künftige U-Boot-Kommandanten beim Manövrieren unter schwierigen Sichtverhältnissen oder beim Anlaufen der Stützpunkte (wie dem U-Stützpunkt Bergen) von unschätzbarem Wert.
Enge und Kooperation: Die extreme räumliche Beengtheit auf der Yacht entsprach der sozialen Situation auf einem U-Boot. Die Fähigkeit, als Divisionsoffizier im Kleinen die Harmonie und Disziplin der Besatzung zu wahren, wurde hier erstmals geprüft.
Wetterfestigkeit: Die physische Belastung bei Sturm und Nässe auf einem kleinen Deck selektierte frühzeitig jene Offiziere aus, die für den harten Brückendienst während der Geleitzugschlachten im Nordatlantik nicht geeignet waren. Erfolgreiche Fahrten wurden als Leistungsnachweis in der Personalakte (Bestand Pers 6) vermerkt.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 88 Marineschulen und Schulschiffe. Invenio Online-Recherche. Enthält Reiseberichte und Stammrollen der Segelschulschiffe.
Bundesarchiv, Signatur RM 20 Dienststellen der Reichsmarine. Dokumentiert die Ausbildungsrichtlinien für die Segelschulung der 1920er Jahre.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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