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Signalgast

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Datenblatt Signalgast
In der Reichsmarine (1921–1935) hatte der Signalgast eine noch zentralere Bedeutung als in der späteren Kriegsmarine, da die visuelle Kommunikation mangels ausgereifter Funktechnik das Hauptführungsmittel der Flotte war.
Ausbildung und Drill:
Die Ausbildung zum Signalgast fand primär an der Nachrichtenschule in Kiel-Wik statt. Der Fokus lag auf extremem Drill: Ein Signalgast musste in der Lage sein, Flaggenvorheise innerhalb von Sekunden zu identifizieren und Lichtmorsesignale auch bei schwerem Seegang fehlerfrei mitzulesen. Die Anforderungen an die Lesegeschwindigkeit (Wörter pro Minute) waren in der Reichsmarine oft höher als später im Krieg, da die Präzision der Flottenmanöver auf den Linien- und Kreuzerschiffen (z.B. der Schleswig-Holstein) rein auf optischer Signalübermittlung basierte.
Rolle im Flottendienst:
Auf den Schiffen der Reichsmarine waren die Signalgasten die „Augen des Kommandanten“. Sie bedienten die großen Signalscheinwerfer und waren für das akkurate Setzen der Signalflaggen an den Rahen verantwortlich. Da die Reichsmarine personell stark begrenzt war (15.000 Mann laut Versailler Vertrag), waren Signalgasten oft hochdekorierte Spezialisten, die über Jahre in ihrer Funktion blieben und eine enorme Routine entwickelten.
Bedeutung für spätere U-Boot-Fahrer:
Da offizielle U-Boot-Aktivitäten verboten waren, dienten viele Männer, die später auf dem Typ VII C oder Typ XXI als Signalmaate oder Wachoffiziere eingesetzt wurden, in der Reichsmarine als einfache Signalgasten. Diese harte Schule der optischen Kommunikation war das Fundament für die spätere Funkstille-Taktik der U-Boot-Waffe.
Ausrüstung:
In dieser Ära wurden die Grundlagen für die standardisierte Verwendung von Signalmitteln gefestigt, wie etwa die Signalpistole für Leuchtzeichen und die Verwendung von Winkflaggen zur Nahbereichskommunikation zwischen Schiffen, die im Verband fuhren.
In der Kriegsmarine
Ein Signalgast war ein Mannschaftssoldat der Kriegsmarine, der auf die optische Signalübermittlung spezialisiert war. Er bildete das ausführende Gegenstück zum Signaloffizier und war die „Stimme und das Auge“ des Schiffes im lautlosen Nachrichtenverkehr.
Aufgaben und Tätigkeiten:
Die Hauptaufgabe des Signalgasts bestand im Senden und Empfangen von Nachrichten mittels Flaggenalphabet, Winken (Semaphore) und Lichtmorsen. Auf der Brücke von Booten wie dem Typ VII C war er ständig präsent, um Signale anderer Schiffe oder von Landstationen mit dem Fernglas aufzunehmen und an den Wachoffizier zu melden. Zudem war er für das Setzen der korrekten Erkennungssignale und das Führen der Nationalflagge sowie der Kommandantenwimpel verantwortlich.
Ausbildung:
Nach der Grundausbildung (beispielsweise in der 7. Schiffsstammabteilung) besuchten diese Soldaten einen speziellen Signalgast-Lehrgang an einer der Marine-Nachrichtenschulen. Dort lernten sie das blitzschnelle Lesen von Flaggenkombinationen und die Handhabung von Morsescheinwerfern. Besonders begabte Signalgasten konnten später zum Signalmaat aufsteigen, nachdem sie einen Unteroffizierslehrgang absolviert hatten.
Bedeutung auf U-Booten:
Da U-Boote im Einsatz oft strengste Funkstille wahren mussten, war der Signalgast für die interne Kommunikation innerhalb eines Verbandes (Wolfsrudel) unverzichtbar. Beim Ein- und Auslaufen in Stützpunkten, die vom Führer der Minensuchboote West gesichert wurden, koordinierte er den Austausch von Identifikationsmerkmalen, um folgenschweren Eigenbeschuss zu vermeiden.
Besonderheit Typ XXI:
Auf den modernen Booten vom Typ XXI war die Rolle des Signalgasts aufgrund der veränderten Turmkonstruktion und der primär getauchten Fahrweise reduziert, blieb aber für die Hafen- und Überwasserphasen für die Sicherheit der Navigation elementar.
Kriegsmarine (1935–1945):
Mit der massiven Aufrüstung und der Einführung neuer Bootstypen blieb der Signalgast die Standardbezeichnung für den Spezialisten auf der Brücke. Er verschwand erst mit der bedingungslosen Kapitulation und der Auflösung der Wehrmacht im Mai 1945.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 20 Dienststellen der Reichsmarine - Invenio Online-Recherche. Enthält die Ausbildungs- und Prüfungsbestimmungen für das Signalpersonal der 1920er Jahre.
Bundesarchiv, Signatur RM 11 Schiffsstamm-Einheiten der Kriegsmarine - Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die Stammrollen und die fachliche Ausbildung der Signalgasten.
Marine-Dienstvorschrift Nummer 415 Vorschrift für den Nachrichtendienst - Das Standardwerk, nach dem jeder Signalgast ausgebildet wurde.
Lexikon der Wehrmacht Siehe Lexikon der Wehrmacht Artikel über die Dienstgrade und Laufbahnen der Reichsmarine.
Lexikon der Wehrmacht Siehe Lexikon der Wehrmacht Artikel über die Laufbahnen der Mannschaften und die Spezialisierung im Signaldienst.
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