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Flakleiterlehrgang

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Datenblatt Flakleiterlehrgang
Der Flakleiterlehrgang (Flugabwehr-Leiter-Lehrgang) war eine spezialisierte Ausbildung für Offiziere, die über die reine Bedienung einer Waffe hinausging. Während der einfache Flaklehrgang die technische Handhabung schulte, stand hier die taktische Führung der gesamten Flugabwehr-Bewaffnung an Bord eines Schiffes oder Unterseebootes im Mittelpunkt.
Zielsetzung und Zielgruppe
Der Lehrgang richtete sich primär an Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938, die als Wachoffiziere auf Unterseebooten oder als Artillerie-Spezialisten auf größeren Überwassereinheiten vorgesehen waren.
Ein Flakleiter war dafür verantwortlich, das Feuer mehrerer Geschütze (zum Beispiel der 2 cm und 3,7 cm Flugabwehrkanonen) zu koordinieren.
Auf einem Unterseeboot übernahm meist der Zweite Wachoffizier diese Rolle, sobald das Boot an der Oberfläche angegriffen wurde.
Ausbildungsinhalte
Die Ausbildung fand an den Marine-Flakschulen statt, insbesondere in Swinemünde und Misdroy. Die Schwerpunkte lagen auf:
Feuerleitung und Zielzuweisung: Der Flakleiter musste entscheiden, welches Geschütz welches Flugzeug bekämpft, um eine effektive „Feuerglocke“ um das Boot zu legen.
Luftlagebeurteilung: Das schnelle Erkennen von Angriffsprofilen (Sturzkampf, Tiefflug oder Torpedoabwurf).
Zusammenwirken mit der Schiffsführung: Die Abstimmung zwischen den Ausweichmanövern des Kommandanten und dem optimalen Schussfeld für die Flak-Bedienungen.
Nachtschießen: Der Einsatz von Leuchtspurmunition und die Koordination der Abwehr bei eingeschränkter Sicht.
Bedeutung für die Unterseeboot-Waffe ab 1943
Ab dem 10.05.1943 (nach den schweren Verlusten im „Schwarzen Mai“) wurde der Flakleiterlehrgang für Unterseeboot-Offiziere immer wichtiger.
Die Boote erhielten zu dieser Zeit verstärkte Flak-Plattformen, den sogenannten „Wintergarten“.
Der Flakleiter musste unter extremem Stress auf der schmalen Brücke die Ruhe bewahren und die Feuerdisziplin sicherstellen, damit die Munition nicht vorzeitig verschwendet wurde.
Dauer und Einordnung
Dieser Lehrgang war kürzer als ein technischer Hauptlehrgang und dauerte meist zwischen 10 und 14 Tagen. Er wurde oft als Zusatzqualifikation unmittelbar vor der Indienststellung eines neuen Bootes (zum Beispiel auf den Werften der 2. Kriegsschiffbau-Lehrabteilung in Hamburg) oder während der Ausbildungszeit bei der Unterseeboot-Lehrdivision absolviert.
Literaturverweise
Marine-Dienstvorschrift Nummer 411 In dieser Vorschrift sind unter dem Abschnitt Dienst am Geschütz die exakten Wortlaute aller Kommandos für die Marine-Flak festgeschrieben.
Marine-Dienstvorschrift Nummer 170/3 Diese spezielle Vorschrift für den Flakdienst auf Unterseebooten ergänzt die allgemeinen Befehle um die Besonderheiten beim Tauchvorgang.
Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 45 Hier finden sich Lehrgangsprotokolle aus den Marine-Flakschulen, die zeigen, wie die Crew 1937 und Crew 1938 in praktischen Schießübungen auf die korrekte Befehlsgebung gedrillt wurde.
Karl-Albrecht von Groddeck "Die Deutsche Marine-Flak: Ihre Entwicklung und ihr Einsatz im Zweiten Weltkrieg" - Podzun-Verlag Bad Nauheim 1960 |→ Antiquariat
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