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Artillerieoffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 18:39 Uhr

Ausbildung Artillerieoffizierslehrgang
Der Artillerieoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Fachausbildung für Offiziere der Kriegsmarine zur Qualifikation in der Leitung des Feuerkampfes mit Schiffsgeschützen. In der Hierarchie folgte dieser Lehrgang meist auf die Seeoffizier-Hauptprüfung und war ein essenzieller Baustein für die Verwendung als II. Wachoffizier auf einem Unterseeboot, da dieser traditionell für die Decksbewaffnung verantwortlich war.
Historischer Kontext & Organisation
Ausbildungsstätten: Die Ausbildung fand primär an den Schiffsartillerieschulen (S.A.S.) statt.
Schiffsartillerieschule I: Diese befand sich in Kiel-Wik und wurde später nach Kappeln/Ellenberg verlegt. Für die angehenden Unterseeboot-Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 war die Schule in Kiel der zentrale Ort der Ausbildung.
Schiffsartillerieschule II: Diese Einrichtung in Sassnitz auf Rügen war insbesondere für die Flak- und Küstenartillerie zuständig.
Lehrgangsinhalte: Die Ausbildung umfasste die theoretische und praktische Feuerleitung (Entfernungsmessung, Vorhaltewerte, Seegangskorrektur) sowie tiefgehende Waffentechnik am 8,8-cm-Geschütz (Typ VII) und 10,5-cm-Geschütz (Typ IX). Hinzu kamen Munitionskunde und Sicherheitsvorschriften für die Lasten.
Kriegsbedingte Änderungen: Ab 1942 verschob sich der Schwerpunkt massiv von der Seeziel-Artillerie zur Flugabwehr (Flak). Viele Offiziere besuchten Nachlehrgänge, um die komplexen Optiken und schnelleren Schussfolgen der neuen Flak-Systeme zu beherrschen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Artillerieoffizier an Bord: Der Absolvent fungierte an Bord als Artillerie-Offizier und leitete die Geschützbedienung des Deckspersonals. Bis Mitte des Krieges war die Artillerie für den „Handelskrieg nach Prisenordnung“ (Stoppen und Versenken zur Torpedoersparnis) unverzichtbar.
Taktische Bedeutung: Neben der Schiffsartillerie wurde auch der infanteristische Einsatz (Handwaffen/MG) geschult, da U-Boote gelegentlich Landziele beschossen oder Prisenkommandos für die Untersuchung von Handelsschiffen stellten.
Personalhistorie: In den Stammrollen dokumentiert dieser Lehrgang die fachliche Spezialisierung des Offiziers und war die Voraussetzung für die Führung der Artillerie- und Flakstationen während der Feindfahrten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Schiffsartillerieschulen I und II. Enthält Lehrgangspläne und Schießberichte der Artillerie-Offiziersanwärter.
BArch RHD 18 Marine-Dienstvorschriften (M.Dv.) zum Artilleriewesen und zur Bedienung der U-Boot-Geschütze (z. B. M.Dv. 381).
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Belegt die Kommandierung zu den Fachlehrgängen an der S.A.S. als Teil der Offizierslaufbahn.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Ausbildungswesen und den Artillerieschulen).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Details zur Bewaffnung und artilleristischen Erprobung).
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Informationen zur personellen Besetzung der Artilleriestationen).
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