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III. Marine-Artillerieabteilung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| || colspan="3" | !!! Bitte unbedingt die Anmerkungen beachten [[Anmerkungen für Kriegsschiffe|Klick hier → Anmerkungen für Kriegsschiffe]] !!!
  
 
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! Datenblatt
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! '''III. Marine-Artillerieabteilung'''
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! '''III. Marine-Artillerieabteilung (III. M.A.A.)'''
 
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| colspan="3" | Die III. Marine-Artillerieabteilung (III. M.A.A.) war ein zentraler Landverband der Reichs- und Kriegsmarine im Bereich der Marinestation der Nordsee. Sie stellte das artilleristische Rückgrat für den Schutz des Hauptkriegshafens Wilhelmshaven dar.
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| colspan="3" | Die III. Marine-Artillerieabteilung war ein spezialisierter Verband der Küstenartillerie, der primär für den Schutz strategisch wichtiger Küstenabschnitte und Marinestützpunkte verantwortlich war. Ihre Aufgabe umfasste sowohl die Seezielbekämpfung als auch die Verteidigung gegen feindliche Landungsversuche.
 
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| colspan="3" | Anfang: Die Abteilung wurde in der frühen Phase der Reichsmarine (ca. 1920) in Wilhelmshaven formiert. Sie setzte die Tradition der kaiserlichen Matrosen-Artillerie am Standort fort.
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| Aufstellung und Standort: || colspan="3" | Die Abteilung wurde im Zuge der Aufrüstung der Kriegsmarine aufgestellt. Ihr Hauptstandort lag in Swinemünde (Pommern), wo sie einen wesentlichen Teil der Festung Swinemünde und der Küstenverteidigung an der Oder-Mündung bildete.
 
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| colspan="3" | Aufgaben: Schutz der Jade-Mündung und des Hafens Wilhelmshaven durch schwere Küstenbatterien. Sie war zudem für die Ausbildung des artilleristischen Personals der Nordseestation verantwortlich.
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| Struktur: || colspan="3" | Die Abteilung gliederte sich in mehrere Batterien, die über das Küstengebiet verteilt waren. Diese Batterien waren mit schweren und mittleren Geschützen sowie Scheinwerfergruppen für den Nachtkampf ausgerüstet.
 
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| colspan="3" | Ende: Mit der Mobilmachung im August 1939 wurde die III. M.A.A. als aktiver Friedensverband aufgelöst.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Die III. M.A.A. unterstand dem Kommandanten im Abschnitt Swinemünde (Küstenbefehlshaber westliche Ostsee). Sie arbeitete eng mit den örtlichen Flak-Einheiten und den Sperrwaffenverbänden zusammen.
 
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| colspan="3" | Nachfolgeeinheiten: Aus ihrem personellen und materiellen Stamm entstanden unmittelbar mehrere spezialisierte Kriegsverbände:
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| colspan="3" | 3. Ersatz-Marine-Artillerieabteilung: Zuständig für Rekrutenausbildung und Personalersatz.
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| colspan="3" | Marine-Artillerieabteilung 112: Schwere Küstenartillerie im Raum Wilhelmshaven.
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! colspan="3" | Gliederung der Batterien (Beispielhaft)
 
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| colspan="3" | Marine-Flakabteilungen 212, 222, 232, 242, 252, 262, 272 und 282: Diese Einheiten bildeten den massiven Luftverteidigungsring um Wilhelmshaven und die dortigen Werften.
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| Schwere Batterien: || colspan="3" | Ausgerüstet mit ortsfesten Geschützen (z. B. 15-cm oder 17-cm SK), die in betonierten Bettungen oder Kasematten untergebracht waren, um maximale Reichweite und Schutz gegen Beschuss zu gewährleisten.
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| Feuerleitung und Beobachtung: || colspan="3" | Jede Batterie verfügte über eigene Messstellen mit optischen Entfernungsmessgeräten und Rechenstellen, um die komplexen Daten für bewegliche Seeziele zu ermitteln.
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| Verteidigung im Erdkampf: || colspan="3" | Neben der Seezielartillerie verfügte die Abteilung über Infanteriewaffen und leichte Geschütze, um die Stellungen gegen Angriffe von der Landseite oder durch Luftlandekräfte zu sichern.
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| colspan="3" | Schutz der Bauwerften: Die aus der III. M.A.A. hervorgegangenen Flak-Abteilungen sicherten die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven, einen der Hauptproduktionsorte für U-Boote.
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| Stützpunktsicherung: || colspan="3" | Die III. M.A.A. sicherte die Zufahrtswege zu den Ausbildungshäfen in der Pommerschen Bucht. Dies war von entscheidender Bedeutung, um den ungestörten Übungsbetrieb der U-Boot-Lehrdivisionen vor Swinemünde gegen feindliche Überwasserkräfte zu garantieren.
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| colspan="3" | Sicherung der Ansteuerung: Die Batterien der Abteilung schützten die Zufahrtswege durch die Jade, die von allen in Wilhelmshaven stationierten oder zur Reparatur einlaufenden U-Booten genutzt werden mussten.
 
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Personalunterlagen vieler U-Boot-Männer der Crew 36 oder 37 markiert die III. M.A.A. oft die erste Dienststelle nach der Grundausbildung, bevor die fachliche Spezialisierung auf das Unterseebootwesen erfolgte.
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| Ausbildungshilfe: || colspan="3" | Teile des Personals der U-Boot-Waffe erhielten bei den Marine-Artillerieabteilungen Einblicke in die Geschützkunde und Zielansprache, was besonders für die Wachoffiziere im Hinblick auf die Artilleriebewaffnung der Boote von Nutzen war.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften zur Mobilmachung und der Aufteilung der III. M.A.A. auf die Flak-Regimenter.
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| BArch RM 45 / 112 || colspan="3" | Akten der Inspektion der Marineartillerie. Beinhaltet Berichte über den Zustand der Batterien und Übungsschießen der III. M.A.A.
 
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Stammrollen und Stellenbesetzungslisten der Garnison Wilhelmshaven (1934–1939).
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| BArch RM 121 / 455 || colspan="3" | Unterlagen der Kommandantur Swinemünde zur Organisation der Küstenverteidigung und Stellungsbau.
 
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| BArch RM 45-I / 62 || colspan="3" | Akten des Küstenbefehlshabers Deutsche Bucht zur operativen Führung der aus der Abteilung hervorgegangenen Batterien.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die Versetzungen und Dienstzeiten von Artilleriespezialisten innerhalb der III. M.A.A.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band II, Kapitel zur Küstenverteidigung und der Marine-Artillerieabteilung 112).
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| Hummel, Karl-Heinz || colspan="3" | "Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". (Detaillierte Gliederung und Standorte aller Marine-Artillerieabteilungen).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht. (Band 14, zur systematischen Übersicht der Marine-Artillerie-Verbände in Wilhelmshaven).
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Küstenverteidigung im Bereich der Ostsee).
 
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten. (Beschreibt die taktische Rolle der Jade-Batterien beim Schutz des Flottenstützpunktes).  
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945". (Band 2: Die Landstreitkräfte der Marine).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" |   Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Version vom 15. Februar 2026, 17:13 Uhr

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Verband III. Marine-Artillerieabteilung (III. M.A.A.)
Die III. Marine-Artillerieabteilung war ein spezialisierter Verband der Küstenartillerie, der primär für den Schutz strategisch wichtiger Küstenabschnitte und Marinestützpunkte verantwortlich war. Ihre Aufgabe umfasste sowohl die Seezielbekämpfung als auch die Verteidigung gegen feindliche Landungsversuche.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standort: Die Abteilung wurde im Zuge der Aufrüstung der Kriegsmarine aufgestellt. Ihr Hauptstandort lag in Swinemünde (Pommern), wo sie einen wesentlichen Teil der Festung Swinemünde und der Küstenverteidigung an der Oder-Mündung bildete.
Struktur: Die Abteilung gliederte sich in mehrere Batterien, die über das Küstengebiet verteilt waren. Diese Batterien waren mit schweren und mittleren Geschützen sowie Scheinwerfergruppen für den Nachtkampf ausgerüstet.
Unterstellung: Die III. M.A.A. unterstand dem Kommandanten im Abschnitt Swinemünde (Küstenbefehlshaber westliche Ostsee). Sie arbeitete eng mit den örtlichen Flak-Einheiten und den Sperrwaffenverbänden zusammen.
Gliederung der Batterien (Beispielhaft)
Schwere Batterien: Ausgerüstet mit ortsfesten Geschützen (z. B. 15-cm oder 17-cm SK), die in betonierten Bettungen oder Kasematten untergebracht waren, um maximale Reichweite und Schutz gegen Beschuss zu gewährleisten.
Feuerleitung und Beobachtung: Jede Batterie verfügte über eigene Messstellen mit optischen Entfernungsmessgeräten und Rechenstellen, um die komplexen Daten für bewegliche Seeziele zu ermitteln.
Verteidigung im Erdkampf: Neben der Seezielartillerie verfügte die Abteilung über Infanteriewaffen und leichte Geschütze, um die Stellungen gegen Angriffe von der Landseite oder durch Luftlandekräfte zu sichern.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Stützpunktsicherung: Die III. M.A.A. sicherte die Zufahrtswege zu den Ausbildungshäfen in der Pommerschen Bucht. Dies war von entscheidender Bedeutung, um den ungestörten Übungsbetrieb der U-Boot-Lehrdivisionen vor Swinemünde gegen feindliche Überwasserkräfte zu garantieren.
Ausbildungshilfe: Teile des Personals der U-Boot-Waffe erhielten bei den Marine-Artillerieabteilungen Einblicke in die Geschützkunde und Zielansprache, was besonders für die Wachoffiziere im Hinblick auf die Artilleriebewaffnung der Boote von Nutzen war.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45 / 112 Akten der Inspektion der Marineartillerie. Beinhaltet Berichte über den Zustand der Batterien und Übungsschießen der III. M.A.A.
BArch RM 121 / 455 Unterlagen der Kommandantur Swinemünde zur Organisation der Küstenverteidigung und Stellungsbau.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die Versetzungen und Dienstzeiten von Artilleriespezialisten innerhalb der III. M.A.A.
Literaturverweise
Hummel, Karl-Heinz "Die deutsche Marineartillerie 1939–1945". (Detaillierte Gliederung und Standorte aller Marine-Artillerieabteilungen).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". (Band II, Kapitel zur Küstenverteidigung im Bereich der Ostsee).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939–1945". (Band 2: Die Landstreitkräfte der Marine).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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