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Ausbildungsoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ende: Die reguläre Tätigkeit der Ausbildungsoffiziere endete mit der Einstellung des Lehrbetriebs im Frühjahr 1945. Viele A.O. wurden in der Endphase als reguläre Wachoffiziere oder Kommandanten auf Frontboote kommandiert oder übernahmen Führungsaufgaben in Marine-Schützen-Einheiten.
 
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| colspan="3" | Wissenstransfer von der Front: Erfahrene U-Boot-Kommandanten wurden nach mehreren Feindfahrten oft als Ausbildungsoffiziere zur U-Boot-Lehrdivision (U.L.D.) oder zur 27. U-Flottille (Taktik-Ausbildung) kommandiert. Sie stellten sicher, dass die neuesten taktischen Erkenntnisse der Front sofort in die Ausbildung einflossen.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Der Ausbildungsoffizier war der „Qualitätswächter“. In den Personalakten (PERS 6) sind seine Fachbeurteilungen oft ausschlaggebend dafür, ob ein Bewerber die U-Schule bestand. Bekannte U-Boot-Kommandanten kehrten oft nach erfolgreichen Feindfahrten als Ausbildungsoffiziere an die Schulen zurück, um ihre Einsatzerfahrung weiterzugeben.
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Verwendung von Frontoffizieren als Ausbilder
 
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| Bundesarchiv Bestand PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren der Kriegsmarine - In den Biographien ist die Verwendung als „A.O.“ (Ausbildungsoffizier) ein häufiger Karriereschritt. Hier finden sich auch die von ihnen verfassten Zeugnisse für die Lehrgangsteilnehmer.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation des Bildungswesens und der Lehrstäbe)
 
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Ausbildungseinheiten und deren personeller Struktur)
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 14:34 Uhr

Datenblatt Ausbildungsoffizier
In der Struktur der Kriegsmarine war der Ausbildungsoffizier (A.O.) eine funktionale Dienststellung, die sowohl an Land (Schulen/Lehrdivisionen) als auch auf größeren Einheiten existierte. Er war eine Schlüsselfigur für die Qualifizierung des Nachwuchses.
Entstehung und Funktion
Anfang: Die Dienststellung bestand dauerhaft seit dem Aufbau der Reichsmarine, wurde aber mit der massiven Expansion ab 1935 an allen Marineschulen und Schiffsstammabteilungen zu einer tragenden Säule.
Die Dienststellung war fester Bestandteil des Ausbildungswesens und gewann mit der massiven Expansion der U-Boot-Waffe ab 1940 an Bedeutung.
An Land (Schulen): In Einrichtungen wie der Sperrwaffenschule oder den U-Boots-Lehrdivisionen (U.L.D.) war der Ausbildungsoffizier für die Durchführung und Überwachung der Lehrpläne verantwortlich. Er war das fachliche Gegenstück zum eher administrativ/disziplinarisch orientierten Kompaniechef.
An Bord (Schulboote): Auf den Booten der Ausbildungsflottillen (z. B. der 24. U-Flottille) gab es spezifische Ausbildungsoffiziere, die die Fähnriche und Kommandantenschüler taktisch und technisch unterwiesen.
Aufgaben: Erstellung von Dienstplänen, Durchführung von Prüfungen, Beurteilung der fachlichen Eignung für den Fronteinsatz und die Einweisung in neue Waffensysteme (z. B. neue Torpedotypen).
Ende: Die reguläre Tätigkeit der Ausbildungsoffiziere endete mit der Einstellung des Lehrbetriebs im Frühjahr 1945. Viele A.O. wurden in der Endphase als reguläre Wachoffiziere oder Kommandanten auf Frontboote kommandiert oder übernahmen Führungsaufgaben in Marine-Schützen-Einheiten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Wissenstransfer von der Front: Erfahrene U-Boot-Kommandanten wurden nach mehreren Feindfahrten oft als Ausbildungsoffiziere zur U-Boot-Lehrdivision (U.L.D.) oder zur 27. U-Flottille (Taktik-Ausbildung) kommandiert. Sie stellten sicher, dass die neuesten taktischen Erkenntnisse der Front sofort in die Ausbildung einflossen.
Betreuung der Baubelehrungen: Ausbildungsoffiziere leiteten die Einweisung der neuen Besatzungen in die Technik der Neubauten (z. B. bei der Baubelehrung für Typ XXI).
Personalhistorische Einordnung: In den Personalakten (BArch PERS 6) markiert diese Dienststellung oft eine Frontpause oder eine Anerkennung der fachlichen Expertise eines Offiziers. Für Kommandanten wie bedeutete dies eine Phase der Verantwortung für den gesamten Waffennachwuchs.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Bestallung und die Aufgaben der Ausbildungsoffiziere in der Kriegsmarine
BArch RM 121 / 162 Lehrplanrichtlinien und Bestimmungen über die Offiziersausbildung an den Fachschulen (1939–1945)
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens (U.I.) zur Verwendung von Frontoffizieren als Ausbilder
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Organisation des Bildungswesens und der Lehrstäbe)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Übersicht der Ausbildungseinheiten und deren personeller Struktur)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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