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I. Schiffsstammabteilung der Ostsee: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Schiffsstammabteilung der Ostsee, später als I. Schiffsstammabteilung der Ostsee bezeichnet, war die zentrale Ausbildungseinheit der Reichsmarine und frühen Kriegsmarine für den Ostseeraum, stationiert in Kiel.  
 
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| colspan="3" | Am 01.03.1922 wurde die Schiffsstammdivision der Ostsee in zwei Abteilungen untergliedert. Der Stab und die I. Abteilung hatten ihren Standort in Kiel. Die II. Abteilung war in Stralsund auf dem Dänholm stationiert.
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| Lexikon der Wehrmacht || colspan="3" | Siehe [https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/| Lexikon der Wehrmacht] Artikel über die Organisation der Schiffsstammabteilungen.
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Aktuelle Version vom 30. Januar 2026, 18:00 Uhr

Datenblatt Schiffsstammabteilung der Ostsee - I. Schiffsstammabteilung der Ostsee
Die Schiffsstammabteilung der Ostsee, später als I. Schiffsstammabteilung der Ostsee bezeichnet, war die zentrale Ausbildungseinheit der Reichsmarine und frühen Kriegsmarine für den Ostseeraum, stationiert in Kiel.
Organisation und Standorte:
Die ursprüngliche Schiffsstammdivision der Ostsee wurde 1920 als Ersatz für die aufgelöste I. Marine-Inspektion aufgestellt. Am 01.02.1934 wurde diese in die I. Schiffsstammabteilung der Ostsee umbenannt, mit Hauptsitz in Kiel. Sie unterstand dem 2. Admiral der Ostsee bzw. der Marinestation der Ostsee.
Aufgaben:
Die Hauptaufgabe war die seemännische und infanteristische Grundausbildung der Rekruten für die Flotte. Dies umfasste den Formaldienst, die Handhabung von Handfeuerwaffen und erste seemännische Fertigkeiten, um die Männer auf den Dienst an Bord vorzubereiten.
Personalreservoir:
Die Abteilung diente als wichtiges Reservoir für Personal, das nach der Grundausbildung zu Fronttruppenteilen oder Speziallehrgängen kommandiert wurde.
Umbenennung:
Im Zuge der Reorganisation der Kriegsmarine wurde die Einheit am 01.01.1944 in die 1. Marine-Ersatz-Abteilung umbenannt.
I. Schiffsstammabteilung der Ostsee (Kiel) folgte einer straffen hierarchischen Gliederung, die darauf ausgelegt war, große Rekrutenzahlen administrativ zu verwalten und gleichzeitig eine intensive militärische Ausbildung zu gewährleisten.
Abteilungskommandeur:
Meist ein Fregattenkapitän oder Kapitän zur See. Er trug die Gesamtverantwortung für die Ausbildung und Disziplin.
Adjutant:
Ein Oberleutnant zur See, der den täglichen Dienstbetrieb und den Schriftverkehr koordinierte.
Personaloffizier:
Verantwortlich für die Stammrollen der Rekruten und die Zuweisung nach der Grundausbildung.
Verwaltung:
Geführt vom Zahlmeister (Verwaltungsoffizier), zuständig für Besoldung, Verpflegung und Bekleidung der Rekruten.
Die Abteilung gliederte sich in der Regel in vier bis sechs Kompanien. Jede Kompanie wurde von einem Kapitänleutnant als Kompaniechef geführt.
Stammkompanie:
Beinhaltete das permanente Funktionspersonal der Abteilung (Ausbilder, Schreiber, Handwerker).
Ausbildungskompanien:
Hier waren die Rekruten untergebracht. In der Regel gab es eine Trennung nach Laufbahnen: Kompanien für den seemännischen Dienst (künftige Signalgasten und Steuermänner) und Kompanien für technisches Personal (künftige Maschinisten für die U-Boote).
Züge:
Jede Kompanie bestand aus drei bis vier Zügen, geführt von einem Zugführer (meist ein Leutnant oder ein erfahrener Oberfeldwebel).
Gruppen:
Ein Zug unterteilte sich in Gruppen zu je 10 bis 12 Mann. Die Gruppenführung lag bei einem Unteroffizier (Maat) oder einem bewährten Obermatrosen. Diese Ebene war entscheidend für den täglichen Drill und die infanteristische Ausbildung.
Personalreserve:
Ein Teil der Abteilung fungierte als Sammelbecken für Soldaten, die auf ihre Versetzung zu Fachlehrgängen (wie dem Nachrichtenlehrgang) oder zur Baubelehrung (beispielsweise für den Typ XXI) warteten.
Sanitätsbereich:
Eine eigene Sanitätsstaffel unter Leitung eines Marinearztes war für die Tauglichkeitsuntersuchungen der Rekruten zuständig.
Das Ende
I. Schiffsstammabteilung der Ostsee im Jahr 1945 war geprägt vom Zusammenbruch der geordneten Ausbildung und der Umwandlung von Marinepersonal in infanteristische Erdkampfverbände. Angesichts der alliierten Vorstöße auf deutsches Reichsgebiet wurde der reguläre Ausbildungsbetrieb für künftige Spezialisten (wie für den Typ XXI) eingestellt. Die Abteilung, die zu diesem Zeitpunkt bereits als 1. Marine-Ersatz-Abteilung firmierte, wurde zur Aufstellung von Marine-Schützen-Bataillonen herangezogen. Das Personal, vom einfachen Rekruten bis zum erfahrenen Oberstabsmatrosen, wurde mit infanteristischen Waffen ausgerüstet und in die Verteidigungslinien im Raum Schleswig-Holstein und Mecklenburg eingegliedert.
Kapitulation im Raum Kiel
Mit der Besetzung Kiels durch britische Truppen Anfang Mai 1945 hörte die Abteilung als militärischer Verband auf zu existieren. Ein Großteil des Stammpersonals und der verbliebenen Rekruten geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Die Kasernenanlagen in Kiel-Wik, die über Jahrzehnte das Zentrum der Grundausbildung und des Signaldienstes waren, wurden von den Besatzungsmächten übernommen.
Quellenangabe
Bundesarchiv Signatur RM 11 Schiffsstamm-Einheiten der Kriegsmarine - Invenio Online-Recherche. Enthält detaillierte Gliederungs- und Stellenbesetzungspläne der Abteilung.
Lexikon der Wehrmacht Siehe Lexikon der Wehrmacht Artikel über die Organisation der Schiffsstammabteilungen.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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