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Artillerieoffizierslehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Artillerieoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Fachausbildung für Offiziere der Kriegsmarine, um sie in der Leitung und Durchführung des Feuerkampfes mit Schiffsgeschützen zu qualifizieren. In der Hierarchie der Ausbildung folgte dieser Lehrgang meist auf die Seeoffizier-Hauptprüfung und war ein wichtiger Baustein für die Verwendung als [[II. Wachoffizier]] auf einem Unterseeboot, da dieser traditionell für die Decksbewaffnung verantwortlich war.
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 395 || colspan="3" | Ausbildungsvorschrift für die Schiffsartillerie. Dieses Dokument enthält die genauen Schießlehren und taktischen Anweisungen für Artillerieoffiziere.
 
 
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| Hans H. Hildebrand || colspan="3" | "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis heute" (Band 3) - Biblio-Verlag Osnabrück 1993. [https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/3DG675DJWMESSGU5OEIZW3Y4XJFOTGJ4 | → Deutsche Digitale Bibliothek]
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, Kapitel zur Artillerie-Laufbahn und Fachschulen).
 
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| Bundesarchiv-Militärarchiv (Bestand RM 45) || colspan="3" | Akten der Inspektion der Marineartillerie mit Lehrgangsplänen für die Crew 1938 während der Umstellungsphase auf den Kriegsdienst.
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten. (Bietet Informationen zur Infrastruktur der Artillerieschulen und deren Lehrgängen).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Bietet Kontext zur Bedeutung der Artillerie-Fachoffiziere auf den verschiedenen Schiffstypen).
 
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Aktuelle Version vom 8. Februar 2026, 18:11 Uhr

Datenblatt Artillerieoffizierslehrgang
Der Artillerieoffizierslehrgang war eine hochspezialisierte Fachausbildung für Offiziere der Kriegsmarine, um sie in der Leitung und Durchführung des Feuerkampfes mit Schiffsgeschützen zu qualifizieren. In der Hierarchie der Ausbildung folgte dieser Lehrgang meist auf die Seeoffizier-Hauptprüfung und war ein wichtiger Baustein für die Verwendung als II. Wachoffizier auf einem Unterseeboot, da dieser traditionell für die Decksbewaffnung verantwortlich war.
Historischer Kontext & Organisation
Die Ausbildung fand primär an den Schiffsartillerieschulen statt:
Schiffsartillerieschule I: In Kiel-Wik (später nach Kappeln/Ellenberg verlegt).
Schiffsartillerieschule II: In Sassnitz auf Rügen (insbesondere für die Flak- und Küstenartillerie).
Für die angehenden Unterseeboot-Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 war meist die Schule in Kiel der zentrale Ort der Ausbildung.
Lehrgangsinhalte:
Die Dauer variierte je nach Kriegslage, betrug in Friedenszeiten jedoch mehrere Monate. Die Inhalte umfassten:
Feuerleitung: Die Berechnung von Vorhaltewerten, Entfernungsmessung und die Korrektur der Schusslage bei Seegang.
Waffentechnik: Tiefgehende Kenntnisse über das 8,8-Zentimeter-U-Boot-Geschütz (beim Typ VII) und das 10,5-Zentimeter-Geschütz (beim Typ IX).
Munitionskunde: Handhabung von Spreng- und Leuchtgranaten sowie die Sicherheitsvorschriften für die Lasten (Munitionskammern) an Bord.
Infanteristischer Einsatz: Da Unterseeboote gelegentlich Landziele beschossen oder Prisenkommandos stellten, wurde auch der Einsatz von Handwaffen und leichten Maschinengewehren geschult.
Kriegsbedingte Änderungen:
Mit der Zunahme der alliierten Luftüberlegenheit ab 1942 verschob sich der Schwerpunkt des Lehrgangs massiv von der Seeziel-Artillerie hin zur Flugabwehr-Artillerie. Viele Offiziere mussten Nachlehrgänge besuchen, um die komplizierteren Optiken und schnelleren Schussfolgen der neuen Flugabwehrkanonen zu beherrschen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Obwohl das Torpedo die Hauptwaffe des Unterseebootes war, blieb die Artillerie bis Mitte des Krieges für den „Handelskrieg nach Prisenordnung“ (Stoppen und Versenken von Schiffen mit dem Geschütz zur Ersparnis von Torpedos) unverzichtbar.
Der Offizier, der diesen Lehrgang absolviert hatte, fungierte an Bord als Artillerie-Offizier.
Er leitete die Geschützbedienung, die meist aus Männern des Deckspersonals (Matrosen und Maaten) bestand.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Fachausbildung der Artillerieoffiziere an den Schiffsartillerieschulen.
BArch RM 121 / 162 Lehrgangspläne und Prüfungsrichtlinien der Schiffsartillerieschule Kiel/Sassnitz.
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion der Marineartillerie, die die Anpassung der Lehrinhalte an die Bedingungen des Seekrieges dokumentieren.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, Kapitel zur Artillerie-Laufbahn und Fachschulen).
Harnack, Wolfgang Die Verteidigung der Küsten. (Bietet Informationen zur Infrastruktur der Artillerieschulen und deren Lehrgängen).
Hildebrand, Hans H. Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Bietet Kontext zur Bedeutung der Artillerie-Fachoffiziere auf den verschiedenen Schiffstypen).
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