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Fahrgerät-Lehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | Der '''Fahrtgerät-Lehrgang''' (F-Gerät). Das Fahrt-Gerät war ein maßstabgerechter, um seine Achse drehbarer Kommandoturm, aufgehängt über einem großen Wassertank, auf dessen Wasseroberfläche sich Miniaturschiffe als Einzelfahrer oder in Geleitzugformation bewegten. Der Auszubildende saß im Kommandoturm und blickte durch die Optik des ausgefahrenen Angriffssehrohres auf die Wasseroberfläche. Die Schiffsmodelle, auf Metallstäbe montiert und von einem Zivilisten bedient, konnten verschiedene Geschwindigkeiten simulieren, indem sie auf das Sehrohr zu oder von ihm weg bewegt wurden. Auch die Lichtverhältnisse und der Seegang konnten verändert werden, um Tag- oder Nachtangriffe auf Geleitzüge in rauer oder ruhiger See nachzubilden. Von den Auszubildenden wurde die Durchführung von 15 erfolgreichen "Unterwasser"-Angriffen mit diesem Gerät auf Geleitzüge erwartet.
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! Datenblatt
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! '''Fahrgerät-Lehrgang (F-Geräte-Lehrgang)'''
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| colspan="3" | Der Fahrgerät-Lehrgang (oft auch als F-Geräte-Lehrgang bezeichnet) war eine hochspezialisierte technische Ausbildung für U-Boot-Personal, die sich mit der Handhabung und Wartung der automatischen Kurssteuerungs- und Stabilisierungsanlagen befasste. Dieser Lehrgang war essentiell für das Verständnis der automatischen Steuerungssysteme, die es den Booten ermöglichten, auch bei getauchter Fahrt oder unter schwierigen Bedingungen einen präzisen Kurs und eine stabile Tiefe zu halten.
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| colspan="3" | Für einen U-Boot-Kommandanten (insbesondere jene, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten) war der Fahrgerät-Lehrgang (F-Gerät) weniger eine handwerkliche Ausbildung als vielmehr eine taktische Notwendigkeit. Der Kommandant musste die Grenzen und Möglichkeiten der Automatik genau kennen, um im Gefecht die richtigen Befehle zu geben.
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! colspan="3" | Der Fahrgerät-Lehrgang aus Sicht des Kommandanten
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| colspan="3" | In der Kaiserlichen Marine und der frühen Reichsmarine war die Steuerung noch weitgehend Handarbeit, was bei schwerer See enorme Konzentration forderte. Für die Kommandantengeneration der Crew 25 bis Crew 34 bedeutete die Einführung der Fahrgeräte eine taktische Revolution.
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| colspan="3" | Taktische Entlastung: Der Kommandant lernte im Lehrgang, wie er das F-Gerät einsetzen kann, um die Brückenwache bei langen Marschfahrten zu entlasten. Ein stabiler Kurs war die Grundvoraussetzung für eine präzise Koppelnavigation und die Arbeit des Signalgasts.
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| colspan="3" | Angriffserleichterung: Bei Unterwasserangriffen ermöglichte das Fahrgerät dem Kommandanten, das Boot „auf dem Strich“ zu halten. Dies war entscheidend, um die Zieldaten, die er am Sehrohr ermittelte, ohne Kursabweichungen in den Torpedorechner einzuspeisen. Der Lehrgang vermittelte ihm das Vertrauen in die Technik, die er zur Vorbereitung des Schusses benötigte.
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| colspan="3" | Zusammenarbeit mit dem Leitenden Ingenieur: Der Kommandant musste verstehen, wie das Fahrgerät mit der Tiefensteuerung interagierte. Wenn das Boot (beispielsweise beim Typ XXI) bei hoher Geschwindigkeit getaucht fuhr, konnte ein fehlerhaft eingestelltes F-Gerät zu gefährlichen Pendelbewegungen führen. Hier musste der Kommandant die fachliche Sprache des Leitenden Ingenieurs und des Obersteuermanns sprechen können.
 
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| || colspan="3" | In manchen Hörsälen selbst bestand noch die Möglichkeit mehrere Angriffssituationen zu simulieren. Einer dieser Simulatoren bestand aus einer Attrappe der Brücke auf einem U-Bootsturm mit dem aufgesetzten Doppelglas der U-Bootzieloptik (UZO), durch das die Offiziere Schiffsmodelle anvisierten, um die Entfernung und den Vorhaltewinkel für einen Überwasser-Torpedoangriff zu ermitteln.
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| colspan="3" | Störungsmanagement: In der Ausbildung wurde gedrillt, wie bei Ausfall der Automatik (beispielsweise nach Wasserbomschäden) sofort auf Handsteuerung umgestellt wurde. Ein Kommandant, der in der Reichsmarine als Flaggleutnant gedient hatte, brachte oft ein tieferes Verständnis für diese mechanischen Redundanzen mit.
 
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| || colspan="3" | Aus Timothy P. Mulligan "Die Männer der deutschen U-Bootwaffe 1939-1945" - S. 152/153.
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! colspan="3" | Der Fahrgerät-Lehrgang in der Kriegsmarine
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| colspan="3" | Mit der massiven Aufrüstung und der technologischen Weiterentwicklung wurde das Fahrgerät (die automatische Kurssteuerung) zu einem hochkomplexen System, das weit über die einfache Kreiselkompass-Kopplung der Reichsmarine hinausging.
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! colspan="3" | Technischer Quantensprung
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| colspan="3" | Während Offiziere in der Kaiserlichen Marine und der Reichsmarine noch primär auf die Handsteuerung vertrauten, wurde in der Kriegsmarine das Zusammenspiel zwischen dem F-Gerät und dem Torpedorechner perfektioniert. Der Lehrgang vermittelte nun, wie das Boot bei einem Angriff automatisch auf dem berechneten Vorhaltewinkel gehalten werden konnte. Dies war entscheidend, um die Fehlerquote beim Torpedoschuss zu minimieren.
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! colspan="3" | Bedeutung für die neuen U-Boot-Generationen
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| colspan="3" | Auf den herkömmlichen Booten diente das Fahrgerät der Entlastung der Besatzung bei langen Überwasserfahrten. Bei den modernen Booten vom Typ XXI war das Fahrgerät jedoch integraler Bestandteil der computergestützten Steuerung. In den Lehrgängen der Unterseeboots-Lehr-Divisionen wurde nun unterrichtet, wie das Boot bei hoher Unterwassergeschwindigkeit stabilisiert wird, da manuelle Steuerungen hier oft zu träge waren.
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! colspan="3" | Integration in die taktische Ausbildung
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| colspan="3" | Für Kommandanten und Wachoffiziersschüler wurde der Fahrgerät-Lehrgang eng mit dem Ortungslehrgang verknüpft. Man lernte, Kursänderungen, die aufgrund von Horchmeldungen nötig wurden, direkt über das Fahrgerät einzusteuern. Der Signalgast auf der Brücke und der Steuermann in der Zentrale mussten als eingespieltes Team fungieren, um die Automatik zu überwachen und bei mechanischen Fehlern (beispielsweise nach Wasserbomschäden) sofort auf Handsteuerung umzuschalten.
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! colspan="3" | Ausbildungsstätten und Personalreserve
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| colspan="3" | Die Lehrgänge fanden primär an den Nachrichtenschulen (z. B. Kiel-Wik) oder bei den Herstellerfirmen wie Anschütz statt. Wer diesen Lehrgang absolvierte, war ein hochgeschätzter Spezialist. In der Personalreserve wurden diese Männer gezielt für die Baubelehrungen neuer Frontboote ausgewählt, da sie die komplizierte Elektromechanik der automatischen Steuerung beherrschten.
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| colspan="3" | Fahrgerät-Lehrgang (F-Gerät) war eine technisch intensive Ausbildung, die Theorie und Praxis in einem streng getakteten Zeitplan vereinte. Er dauerte je nach Spezialisierung zwischen zwei und vier Wochen.
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! colspan="3" | Theoretische Grundlagen und Systemkunde
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| colspan="3" | In der ersten Woche lag der Fokus auf der Elektromechanik. Die Teilnehmer, darunter oft Steuermannsschüler und technische Offiziere, studierten die Schaltpläne der Firmen Anschütz oder Plath. Es wurden die physikalischen Prinzipien des Kreiselkompasses und die Übertragung der Impulse auf die Rudermaschine gelehrt. Besonders für Kommandanten, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten, war dies eine wichtige Auffrischung, um die Fehlerquellen der neuen, komplexeren Systeme der Kriegsmarine zu verstehen.
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! colspan="3" | Praktische Werkstattausbildung
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| colspan="3" | In der zweiten Phase wurde direkt an den Geräten gearbeitet. Die Schüler lernten das Zerlegen und Zusammenbauen der Steuerrelais und die Justierung der Magnetventile. Ein entscheidender Teil war die Störungssuche. Es wurden künstlich Defekte eingebaut (beispielsweise Leitungsunterbrechungen oder mechanische Blockaden), die der Schüler unter Zeitdruck finden musste. Dies simulierte die Bedingungen auf U-Booten nach einer Wasserbombenverfolgung, wenn die Automatik ausfiel und das Boot unkontrolliert zu gieren drohte.
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| colspan="3" | Den Abschluss bildeten Fahrten auf Schulbooten oder Einheiten der 1. Minensuchhalbflottille. Hier musste der Lehrgangsteilnehmer beweisen, dass er das Fahrgerät im realen Betrieb bedienen kann.
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| colspan="3" | Kursstabilität: Das Boot musste über eine längere Distanz exakt auf Kurs gehalten werden, während der Signalgast die Genauigkeit überprüfte.
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| colspan="3" | Manövertraining: Es wurden harte Kursänderungen und Alarmtauchmanöver gefahren, bei denen das Fahrgerät die Trimmung halten musste.
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| colspan="3" | Handsteuerung: Der Übergang von der Automatik auf die manuelle Steuerung bei einem simulierten Totalausfall wurde bis zur Perfektion gedrillt.
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! colspan="3" | Prüfung und Zertifizierung
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| colspan="3" | Der Lehrgang endete mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung vor einer Kommission der Torpedo- oder Nachrichtenschule (z. B. Kiel-Wik). Erst mit dem bestandenen Zeugnis durfte der Soldat die Verantwortung für die Anlage während einer Baubelehrung oder auf einem Frontboot übernehmen. Die Ergebnisse wurden in die Personalakte (Bestand Pers 6) eingetragen und waren oft entscheidend für die Beförderung zum Obersteuermann.
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| Bundesarchiv, Signatur RM 91 || colspan="3" | Dienststellen der U-Boot-Waffe. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Enthält technische Lehrgangsberichte zu den Fahrgeräten Anschütz und Plath.
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| Bundesarchiv, Signatur RM 20 || colspan="3" | Dienststellen der Reichsmarine. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Dokumentiert die frühen Versuche mit automatischen Kurssteuerungen.
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| Bundesarchiv, Signatur Pers 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren) –  [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]. Belegt die Teilnahme von Offizieren an technischen Einweisungslehrgängen (F-Gerät/G-Gerät).
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| colspan="3" | >>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
 
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2026, 09:29 Uhr

Datenblatt Fahrgerät-Lehrgang (F-Geräte-Lehrgang)
Der Fahrgerät-Lehrgang (oft auch als F-Geräte-Lehrgang bezeichnet) war eine hochspezialisierte technische Ausbildung für U-Boot-Personal, die sich mit der Handhabung und Wartung der automatischen Kurssteuerungs- und Stabilisierungsanlagen befasste. Dieser Lehrgang war essentiell für das Verständnis der automatischen Steuerungssysteme, die es den Booten ermöglichten, auch bei getauchter Fahrt oder unter schwierigen Bedingungen einen präzisen Kurs und eine stabile Tiefe zu halten.
Für einen U-Boot-Kommandanten (insbesondere jene, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten) war der Fahrgerät-Lehrgang (F-Gerät) weniger eine handwerkliche Ausbildung als vielmehr eine taktische Notwendigkeit. Der Kommandant musste die Grenzen und Möglichkeiten der Automatik genau kennen, um im Gefecht die richtigen Befehle zu geben.
Der Fahrgerät-Lehrgang aus Sicht des Kommandanten
In der Kaiserlichen Marine und der frühen Reichsmarine war die Steuerung noch weitgehend Handarbeit, was bei schwerer See enorme Konzentration forderte. Für die Kommandantengeneration der Crew 25 bis Crew 34 bedeutete die Einführung der Fahrgeräte eine taktische Revolution.
Taktische Entlastung: Der Kommandant lernte im Lehrgang, wie er das F-Gerät einsetzen kann, um die Brückenwache bei langen Marschfahrten zu entlasten. Ein stabiler Kurs war die Grundvoraussetzung für eine präzise Koppelnavigation und die Arbeit des Signalgasts.
Angriffserleichterung: Bei Unterwasserangriffen ermöglichte das Fahrgerät dem Kommandanten, das Boot „auf dem Strich“ zu halten. Dies war entscheidend, um die Zieldaten, die er am Sehrohr ermittelte, ohne Kursabweichungen in den Torpedorechner einzuspeisen. Der Lehrgang vermittelte ihm das Vertrauen in die Technik, die er zur Vorbereitung des Schusses benötigte.
Zusammenarbeit mit dem Leitenden Ingenieur: Der Kommandant musste verstehen, wie das Fahrgerät mit der Tiefensteuerung interagierte. Wenn das Boot (beispielsweise beim Typ XXI) bei hoher Geschwindigkeit getaucht fuhr, konnte ein fehlerhaft eingestelltes F-Gerät zu gefährlichen Pendelbewegungen führen. Hier musste der Kommandant die fachliche Sprache des Leitenden Ingenieurs und des Obersteuermanns sprechen können.
Störungsmanagement: In der Ausbildung wurde gedrillt, wie bei Ausfall der Automatik (beispielsweise nach Wasserbomschäden) sofort auf Handsteuerung umgestellt wurde. Ein Kommandant, der in der Reichsmarine als Flaggleutnant gedient hatte, brachte oft ein tieferes Verständnis für diese mechanischen Redundanzen mit.
Der Fahrgerät-Lehrgang in der Kriegsmarine
Mit der massiven Aufrüstung und der technologischen Weiterentwicklung wurde das Fahrgerät (die automatische Kurssteuerung) zu einem hochkomplexen System, das weit über die einfache Kreiselkompass-Kopplung der Reichsmarine hinausging.
Technischer Quantensprung
Während Offiziere in der Kaiserlichen Marine und der Reichsmarine noch primär auf die Handsteuerung vertrauten, wurde in der Kriegsmarine das Zusammenspiel zwischen dem F-Gerät und dem Torpedorechner perfektioniert. Der Lehrgang vermittelte nun, wie das Boot bei einem Angriff automatisch auf dem berechneten Vorhaltewinkel gehalten werden konnte. Dies war entscheidend, um die Fehlerquote beim Torpedoschuss zu minimieren.
Bedeutung für die neuen U-Boot-Generationen
Auf den herkömmlichen Booten diente das Fahrgerät der Entlastung der Besatzung bei langen Überwasserfahrten. Bei den modernen Booten vom Typ XXI war das Fahrgerät jedoch integraler Bestandteil der computergestützten Steuerung. In den Lehrgängen der Unterseeboots-Lehr-Divisionen wurde nun unterrichtet, wie das Boot bei hoher Unterwassergeschwindigkeit stabilisiert wird, da manuelle Steuerungen hier oft zu träge waren.
Integration in die taktische Ausbildung
Für Kommandanten und Wachoffiziersschüler wurde der Fahrgerät-Lehrgang eng mit dem Ortungslehrgang verknüpft. Man lernte, Kursänderungen, die aufgrund von Horchmeldungen nötig wurden, direkt über das Fahrgerät einzusteuern. Der Signalgast auf der Brücke und der Steuermann in der Zentrale mussten als eingespieltes Team fungieren, um die Automatik zu überwachen und bei mechanischen Fehlern (beispielsweise nach Wasserbomschäden) sofort auf Handsteuerung umzuschalten.
Ausbildungsstätten und Personalreserve
Die Lehrgänge fanden primär an den Nachrichtenschulen (z. B. Kiel-Wik) oder bei den Herstellerfirmen wie Anschütz statt. Wer diesen Lehrgang absolvierte, war ein hochgeschätzter Spezialist. In der Personalreserve wurden diese Männer gezielt für die Baubelehrungen neuer Frontboote ausgewählt, da sie die komplizierte Elektromechanik der automatischen Steuerung beherrschten.
Ablauf
Fahrgerät-Lehrgang (F-Gerät) war eine technisch intensive Ausbildung, die Theorie und Praxis in einem streng getakteten Zeitplan vereinte. Er dauerte je nach Spezialisierung zwischen zwei und vier Wochen.
Theoretische Grundlagen und Systemkunde
In der ersten Woche lag der Fokus auf der Elektromechanik. Die Teilnehmer, darunter oft Steuermannsschüler und technische Offiziere, studierten die Schaltpläne der Firmen Anschütz oder Plath. Es wurden die physikalischen Prinzipien des Kreiselkompasses und die Übertragung der Impulse auf die Rudermaschine gelehrt. Besonders für Kommandanten, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten, war dies eine wichtige Auffrischung, um die Fehlerquellen der neuen, komplexeren Systeme der Kriegsmarine zu verstehen.
Praktische Werkstattausbildung
In der zweiten Phase wurde direkt an den Geräten gearbeitet. Die Schüler lernten das Zerlegen und Zusammenbauen der Steuerrelais und die Justierung der Magnetventile. Ein entscheidender Teil war die Störungssuche. Es wurden künstlich Defekte eingebaut (beispielsweise Leitungsunterbrechungen oder mechanische Blockaden), die der Schüler unter Zeitdruck finden musste. Dies simulierte die Bedingungen auf U-Booten nach einer Wasserbombenverfolgung, wenn die Automatik ausfiel und das Boot unkontrolliert zu gieren drohte.
Praktische Erprobung auf See
Den Abschluss bildeten Fahrten auf Schulbooten oder Einheiten der 1. Minensuchhalbflottille. Hier musste der Lehrgangsteilnehmer beweisen, dass er das Fahrgerät im realen Betrieb bedienen kann.
Kursstabilität: Das Boot musste über eine längere Distanz exakt auf Kurs gehalten werden, während der Signalgast die Genauigkeit überprüfte.
Manövertraining: Es wurden harte Kursänderungen und Alarmtauchmanöver gefahren, bei denen das Fahrgerät die Trimmung halten musste.
Handsteuerung: Der Übergang von der Automatik auf die manuelle Steuerung bei einem simulierten Totalausfall wurde bis zur Perfektion gedrillt.
Prüfung und Zertifizierung
Der Lehrgang endete mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung vor einer Kommission der Torpedo- oder Nachrichtenschule (z. B. Kiel-Wik). Erst mit dem bestandenen Zeugnis durfte der Soldat die Verantwortung für die Anlage während einer Baubelehrung oder auf einem Frontboot übernehmen. Die Ergebnisse wurden in die Personalakte (Bestand Pers 6) eingetragen und waren oft entscheidend für die Beförderung zum Obersteuermann.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 91 Dienststellen der U-Boot-Waffe. Direktrecherche Invenio. Enthält technische Lehrgangsberichte zu den Fahrgeräten Anschütz und Plath.
Bundesarchiv, Signatur RM 20 Dienststellen der Reichsmarine. Direktrecherche Invenio. Dokumentiert die frühen Versuche mit automatischen Kurssteuerungen.
Bundesarchiv, Signatur Pers 6 Personalakten von Offizieren) – Direktrecherche Invenio. Belegt die Teilnahme von Offizieren an technischen Einweisungslehrgängen (F-Gerät/G-Gerät).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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