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Wasserbombe: Unterschied zwischen den Versionen

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| Funktionsweise: || colspan="1" | Auslösung durch einen hydrostatischen Druckzünder, der bei Erreichen einer voreingestellten Tiefe die Sprengkapsel zündete.
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| Wabo-Typen: || colspan="1" | WBD: Schwere Wasserbombe (ca. 125 kg Sprengstoff), WBF: Mittlere Wasserbombe (ca. 60 kg Sprengstoff), WBG: Leichte Wasserbombe für kleinere Einheiten
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| Sinkgeschwindigkeit: || colspan="1" | Die Standard-Sinkgeschwindigkeit lag bei ca. 2,2 bis 3 Metern pro Sekunde. Dies bedeutete, dass ein U-Boot bei einer Detonationstiefe von 100 Metern etwa 35 bis 45 Sekunden Zeit für Ausweichmanöver hatte.
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| Zündbereiche: || colspan="1" | Die Zünder (z.B. WZ 34) konnten vor dem Abwurf auf Tiefen zwischen 10 und 200 Metern eingestellt werden. Gegen Kriegsende wurden verstärkt Zünder für Tiefen bis zu 300 Metern entwickelt, um den modernen Booten (Typ XXI) folgen zu können.
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Eine Wasserbombe ist eine Unterwasserwaffe, die zur Vernichtung von Streitkräften in Unterwasserlage sowie anderer Unterwasserobjekte (wie z. B. U-Boote, Ankertauminen, Grundminen, anlaufende Torpedos, Kampfschwimmer u. a.) dient. Sie besteht aus einer Bombe, die unter Wasser in vorher definierter Tiefe zur Explosion gebracht werden kann. Wasserbomben können herkömmliche Sprengladungen oder Kernladungen enthalten. Man unterscheidet konventionelle und reaktive Wasserbomben.
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| Abwurfgeräte: || colspan="1" | Einsatz über Heckablaufbühnen (Rollenbahnen) oder seitlich feuernde Wabo-Werfer (K-Guns), um ein großflächiges Sprengmuster um den georteten Standort des U-Bootes zu legen.
 
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Konventionelle Wasserbomben werden vom Heck eines Schiffes abgerollt.
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| Besonderheit „Aspekt-Angriff“: || colspan="1" | Angreifer versuchten, die Bomben so zu platzieren, dass sie unter dem Kiel des Bootes detonierten. Wasser lässt sich nicht komprimieren; die Druckwelle wirkt nach oben gegen den weicheren Satteltank oder den Druckkörper am stärksten.
 
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Reaktive Wasserbomben können aus Wasserbomben-Werfern einzeln oder in Salven verschossen werden (Reichweite eines Wasserbomben-Werfers beträgt zwischen 50 m und 6.500 m). Um einen stabilen Flug und eine größere Sinkgeschwindigkeit beim Eintauchen in das Wasser zu erreichen, haben reaktive Wasserbomben eine strömungsgünstige Form und Ringgleitwerke. Sie werden durch den Schub eines Triebwerkes oder durch eine Treibladung in Bewegung versetzt. Meist werden ungelenkte reaktive Triebwerke auf der Grundlage von Zweikomponentenpulver (Ballistit- und Korditpulver) verwendet.
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| Taktik: || colspan="1" | Da der Angreifer im Moment des Überlaufens den Kontakt per ASDIC verlor (toter Winkel), musste die Sinkzeit der Wabo exakt mit der vorausberechneten Position des Gegners abgestimmt werden.
 
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Als Zünder werden verwendet:
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Aufschlagzünder, die beim Auftreffen der Wasserbombe auf ein Unterwasserobjekt ansprechen.
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Fernzünder, die in einem bestimmten Abstand der Wasserbombe zum Ziel – z. B. unter der Einwirkung des magnetischen, akustischen oder hydrodynamischen Feldes des Ziels – wirksam werden.
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! colspan="2" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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Hydrostatische Zünder (Druckzünder), die beim Erreichen der eingestellten Wassertiefe ansprechen.
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Verzögerungszünder mit Uhrwerk oder pyrotechnischen Zündverzögerungen, die nach Ablauf der eingestellten Zeit nach Eintauchen der Wasserbombe in das Wasser ansprechen.
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| Psychologische Last: || colspan="1" | Die Wasserbombe war der Inbegriff der Belastung für die Besatzung. Das metallische Ping der Ortung gefolgt von den Detonationen erforderte höchste Disziplin und Vertrauen in die Führungskompetenz.
 
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| Schadenswirkung: || colspan="1" | Naheinschläge führten zu Lichtausfall, dem Bruch von Glasinstrumenten und dem Reißen von Schweißnähten. Ein Direkttreffer oder eine Detonation unter 10 m führte meist zum Totalverlust des Bootes.
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| Besonderheit „Schleichfahrt“: || colspan="1" | Um die akustische Ortung durch die Wabo-Träger zu erschweren, wurde an Bord absolute Ruhe befohlen (kein Sprechen, Filzschuhe), da die Jäger oft auch Horchgeräte zur Feinortung nutzten.
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! colspan="2" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 123 || colspan="1" | Akten der Sperrwaffenschulen (zur technischen Erprobung und Zünderentwicklung der WBD/WBF-Typen).
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| BArch RM 7 || colspan="1" | Akten der Seekriegsleitung (zu den statistischen Auswertungen der Wabo-Wirkung gegen alliierte und eigene Einheiten).
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! colspan="2" | Literaturverweise
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| Hartmann, Waldemar || colspan="1" | "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zu den technischen Grundlagen der Wasserbomben und deren Zündsysteme).
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| Rössler, Eberhard || colspan="1" | "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (enthält technische Details zur baulichen Widerstandsfähigkeit gegen Wasserbommendruck).
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| style="text-align:center" colspan="2" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| style="text-align:center" colspan="2" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 15:43 Uhr

Kampfmittel Wasserbombe (Wabo)
Die Wasserbombe war die primäre Offensivwaffe von Überwasserstreitkräften zur Bekämpfung getauchter U-Boote. Ihre Wirkung beruhte nicht auf dem direkten Treffer, sondern auf der Druckwelle der Unterwasserexplosion, die den Bootsrumpf durch kinetische Energie zerstören oder durch Erschütterung lebenswichtige Systeme außer Funktion setzen sollte.
Technische Daten und Typen
Funktionsweise: Auslösung durch einen hydrostatischen Druckzünder, der bei Erreichen einer voreingestellten Tiefe die Sprengkapsel zündete.
Wabo-Typen: WBD: Schwere Wasserbombe (ca. 125 kg Sprengstoff), WBF: Mittlere Wasserbombe (ca. 60 kg Sprengstoff), WBG: Leichte Wasserbombe für kleinere Einheiten
Sinkgeschwindigkeit: Die Standard-Sinkgeschwindigkeit lag bei ca. 2,2 bis 3 Metern pro Sekunde. Dies bedeutete, dass ein U-Boot bei einer Detonationstiefe von 100 Metern etwa 35 bis 45 Sekunden Zeit für Ausweichmanöver hatte.
Zündbereiche: Die Zünder (z.B. WZ 34) konnten vor dem Abwurf auf Tiefen zwischen 10 und 200 Metern eingestellt werden. Gegen Kriegsende wurden verstärkt Zünder für Tiefen bis zu 300 Metern entwickelt, um den modernen Booten (Typ XXI) folgen zu können.
Einsatz und Taktik der U-Boot-Jagd
Abwurfgeräte: Einsatz über Heckablaufbühnen (Rollenbahnen) oder seitlich feuernde Wabo-Werfer (K-Guns), um ein großflächiges Sprengmuster um den georteten Standort des U-Bootes zu legen.
Besonderheit „Aspekt-Angriff“: Angreifer versuchten, die Bomben so zu platzieren, dass sie unter dem Kiel des Bootes detonierten. Wasser lässt sich nicht komprimieren; die Druckwelle wirkt nach oben gegen den weicheren Satteltank oder den Druckkörper am stärksten.
Taktik: Da der Angreifer im Moment des Überlaufens den Kontakt per ASDIC verlor (toter Winkel), musste die Sinkzeit der Wabo exakt mit der vorausberechneten Position des Gegners abgestimmt werden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Psychologische Last: Die Wasserbombe war der Inbegriff der Belastung für die Besatzung. Das metallische Ping der Ortung gefolgt von den Detonationen erforderte höchste Disziplin und Vertrauen in die Führungskompetenz.
Schadenswirkung: Naheinschläge führten zu Lichtausfall, dem Bruch von Glasinstrumenten und dem Reißen von Schweißnähten. Ein Direkttreffer oder eine Detonation unter 10 m führte meist zum Totalverlust des Bootes.
Besonderheit „Schleichfahrt“: Um die akustische Ortung durch die Wabo-Träger zu erschweren, wurde an Bord absolute Ruhe befohlen (kein Sprechen, Filzschuhe), da die Jäger oft auch Horchgeräte zur Feinortung nutzten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Sperrwaffenschulen (zur technischen Erprobung und Zünderentwicklung der WBD/WBF-Typen).
BArch RM 7 Akten der Seekriegsleitung (zu den statistischen Auswertungen der Wabo-Wirkung gegen alliierte und eigene Einheiten).
Literaturverweise
Hartmann, Waldemar "Die deutschen Seeminen" (Standardwerk zu den technischen Grundlagen der Wasserbomben und deren Zündsysteme).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (enthält technische Details zur baulichen Widerstandsfähigkeit gegen Wasserbommendruck).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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