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27. U-Flottille: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die 27. U-Flottille war die zentrale taktische Ausbildungsinstanz der Kriegsmarine. Als letzte Stufe vor der Frontreife war sie dafür verantwortlich, die Besatzungen in kriegsmäßigem Verhalten zu schulen und das taktische Zusammenspiel aller Stationen unter realistischen Bedingungen im freien Seeraum zu erproben.
 
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| Aufstellung: || colspan="3" | Gegründet im Januar 1940 in Gotenhafen. Im Juli 1940 erfolgte die Umbenennung in 27. U-Flottille (Feldpostnummer M - 36 251).
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| Besonderheit Beuteboote: || colspan="3" | Neben dem niederländischen [[UD 4]] nutzte die Flottille zeitweise auch das ehemalige italienische Boot [[UIT 25]] und andere ausländische Einheiten als Übungsgegner zur Silhouettenschulung.
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| Ausbildung italienischer U-Boote: || colspan="3" | Ab 1941 war der Flottille die "Ausbildungsgruppe für italienische U-Boote" unterstellt, um die Verbündeten auf den Standard der deutschen Rudeltaktik zu heben.
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| colspan="3" | Die 27. U-Flottille wurde im Januar 1940 als taktische U-Boots-Frontausbildungs-Flottille in Gotenhafen gebildet. Im Juli 1940 in 27. U-Flottille, mit der Feldpostnummer M - 36 251, umbenannt. Die Flottille war für die taktische Ausbildung der U-Boote zuständig. Ab 1941 war der Flottille auch noch die Ausbildungsgruppe für italienische U-Boote unterstellt. Bein näherrücken der Roten Armee wurde sie im März 1945 aufgelöst. Die Flottille hatte bis auf [[UD 4]] keine eigenen Boote. Die Boote kamen von den anderen Ausbildungsflottillen zur weiteren Ausbildung zur 27. U-Flottille.
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| Übungsgeleitzüge: || colspan="3" | Die Flottille verfügte über eigene Überwasserschiffe als Übungsgegner. Höhepunkt war die mehrtägige "Seeschlacht" in der Ostsee, bei der bis zu 10 U-Boote gleichzeitig einen gesicherten Verband angriffen.
 
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| 08.01.1940 - 23.11.1941 || Korvettenkapitän [[Ernst Sobe|→  Ernst Sobe]] ||
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| Flugzeug-Kooperation: || colspan="3" | Einzigartig war der Drill mit der Luftwaffe (z.B. Ju 88), um die Heranführung von U-Booten an Ziele per Funkmeldung durch Fernaufklärer zu perfektionieren.
 
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| 01.12.1941 - 31.10.1942 || Fregattenkapitän [[Werner Hartmann|→  Werner Hartmann]] ||
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| Psychologische Härte: || colspan="3" | Die Chefs Topp und Hartmann ließen Übungszerstörer schwache Wasserbomben werfen, um die Besatzungen an den Lärm und die Erschütterungen einer echten ASDIC-Verfolgung zu gewöhnen.
 
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| 04.11.1942 - 00.08.1944 || Fregattenkapitän [[Erich Topp|→  Erich Topp]] ||
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| 00.08.1944 - 09.04.1945 || Korvettenkapitän [[Ernst Bauer|→  Ernst Bauer]] ||
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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! colspan="3" | Die Ausbildung
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| Letzte Instanz: || colspan="3" | Erst nach erfolgreichem Abschluss der Übungen bei der 27. U-Flottille galt ein Boot als „frontreif“. Eine negative Beurteilung durch Erich Topp konnte zur sofortigen Ablösung des Kommandanten führen.
 
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| colspan="3" | Nach Abschluß der Erprobungen beim U-Bootsabnahme-Kommando pp. sowie nach beendeter Tauch- und Schießausbildung erfolgte als letztes Ausbildungsstadium vor der Frontreife die Teilnahme an den Taktischen Übungen der 27. U-Flottille.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen dokumentiert die 27. Flottille den Übergang zum aktiven Kriegsdienst. Hier wurde aus technisch geschulten Einzelstationen eine taktisch funktionierende Kampfgemeinschaft geformt.
 
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| colspan="3" | Zweck und Ziel der taktischen Übungen ist es, die Besatzungen der U-Boote in ihrer Gesamtheit in kriegsmäßigen Übungen zu kriegsmäßigen Verhalten zu erziehen und die Zusammenarbeit aller Stellen des Bootes für die späteren Kriegsaufgaben zu erproben.
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| colspan="3" | Die Übungen finden zur navigatorischen Schulung der U-Boote stets im freien Seeraum statt und erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 14 Tagen. Die Teilnahme von Seefliegerverbänden an den taktischen Übungen wird zur Steigerung des kriegsmäßigen Charakters der Übungen angestrebt und bildeten die Regel.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Die Einzelheiten der Übungen ergeben sich aus dem "Ständigen Übungsbefehlen" der 27. U-Flottille sowie aus den Ausführungsbefehlen für die einzelnen Übungen.
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| BArch RM 92 || colspan="3" | Akten der 27. Unterseebootsflottille (Beinhaltet Kriegstagebücher, "Ständige Übungsbefehle" und taktische Berichte über die Manöver in Gotenhafen).
 
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| colspan="3" | '''Die Ausbildung aus der Sicht von [[U 79]] - 1941:
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Seeoffiziere (Dokumentiert die Dienstzeiten und Beurteilungen der Flottillenchefs Sobe, Hartmann, Topp und Bauer).
 
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| colspan="3" | Nach Beendigung der Schießausbildung, wo bereits schon jede denkbaren Möglichkeiten durchexerziert wurden, um einen Torpedo an den Feind zu tragen, beginnt in der mittleren Ostsee zwischen Bornholm und Memel die eigentliche taktische Ausbildung. Die jetzt geforderte Zusammenarbeit mit anderen U-Booten setzt schon einen erheblichen Ausbildungsstand voraus. Immer größere Seegebiete, immer längere Zeiträume werden für die einzelnen Übungen in Anspruch genommen. Ob Kälte, Nässe, schwerer Seegang oder Nebel, es gibt keine größeren Pausen mehr. Im Rahmen der kriegsmäßigen Ausbildung wird immer mehr Zeit auf See verbracht. Zusätzlich werden weiterhin Einzelausbildungen wie Alarmtauchübungen und ähnliche Maßnahmen durchgeführt. Die Fähigkeiten des Bootes muß in allen Lagen geprüft werden. Die Besatzung kann jetzt die Eigenschaften und das Verhalten des Bootes kennenlernen. Das Hauptziel ist außerdem die Besatzung genau anzulernen, denn es ist kaum jemand von den Männern vorher auf einem U-Boot gefahren. So geht es mit allen Fahrstufen, bei jedem Seegang durch die "Mühle". Die Zeiten werden genau gestoppt und das Verhalten des Bootes wird beim Schnelltauchen geübt. Das Bekämpfen von Ausfällen aller Art wird gefechtsmäßig durchexerziert, denn im Ernstfall muss jeder einzelne Handgriff im Schlaf sitzen. Kapitänleutnant Kaufmann und der Leitende Ingenieur Clemens drillen ihre Leute, die jedes Ventil, jede Klappe, jeden Schalter, jede Sicherung auch bei Ausfall der Beleuchtung infolge Wasserbomben bedienen müssen. Dieser intensive Drill hat sich später im Fronteinsatz bewährt.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| colspan="3" | '''Die Ausbildung aus der Sicht von [[U 1223]] - 1944:'''
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". Band 2: "Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften" (Enthält Details zur Gliederung und den Unterstellungen der Ausbildungsflottillen).
 
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| Topp, Erich || colspan="3" | "Fackeln über dem Atlantik. Lebensbericht eines U-Boot-Kommandanten" (Persönliche Schilderungen seiner Dienstzeit als Chef der 27. U-Flottille und seiner Ausbildungsmethoden).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Darstellung der taktischen Ausbildungsgruppen und der Flottillenorganisation).
 
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| colspan="3" | Die Taktische Übung war ein groß angelegtes Manöver, bei dem sieben bis zehn U-Boote auf auf einen durch Überwasserstreitkräfte und Flugzeuge gesicherten Geleit operierten. Diese Übung stand am Schluß jeder U-Bootsausbildung und war gleichzeitig der Höhepunkt. U-Boote, deren Leistungen unbefriedigend waren, mussten die Übung wiederholen.
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| style="text-align:center" colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
 
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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[[26. U-Flottille]] ← 27. U-Flottille → [[29. U-Flottille]]
 

Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 18:28 Uhr

Verband 27. U-Flottille
Die 27. U-Flottille war die zentrale taktische Ausbildungsinstanz der Kriegsmarine. Als letzte Stufe vor der Frontreife war sie dafür verantwortlich, die Besatzungen in kriegsmäßigem Verhalten zu schulen und das taktische Zusammenspiel aller Stationen unter realistischen Bedingungen im freien Seeraum zu erproben.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Gegründet im Januar 1940 in Gotenhafen. Im Juli 1940 erfolgte die Umbenennung in 27. U-Flottille (Feldpostnummer M - 36 251).
Besonderheit Beuteboote: Neben dem niederländischen UD 4 nutzte die Flottille zeitweise auch das ehemalige italienische Boot UIT 25 und andere ausländische Einheiten als Übungsgegner zur Silhouettenschulung.
Ausbildung italienischer U-Boote: Ab 1941 war der Flottille die "Ausbildungsgruppe für italienische U-Boote" unterstellt, um die Verbündeten auf den Standard der deutschen Rudeltaktik zu heben.
Standorte & Kommandeure (chronologisch)
Standort: 01.01.1940 - 00.03.1945: Gotenhafen (Gdingen).
08.01.1940 - 23.11.1941: Korvettenkapitän → Ernst Sobe
01.12.1941 - 31.10.1942: Fregattenkapitän → Werner Hartmann
01.11.1942 - 00.08.1944: Fregattenkapitän → Erich Topp
00.08.1944 - 09.04.1945: Korvettenkapitän → Ernst Bauer
Die Taktische Ausbildung ("Die Seeschlacht")
Übungsgeleitzüge: Die Flottille verfügte über eigene Überwasserschiffe als Übungsgegner. Höhepunkt war die mehrtägige "Seeschlacht" in der Ostsee, bei der bis zu 10 U-Boote gleichzeitig einen gesicherten Verband angriffen.
Flugzeug-Kooperation: Einzigartig war der Drill mit der Luftwaffe (z.B. Ju 88), um die Heranführung von U-Booten an Ziele per Funkmeldung durch Fernaufklärer zu perfektionieren.
Psychologische Härte: Die Chefs Topp und Hartmann ließen Übungszerstörer schwache Wasserbomben werfen, um die Besatzungen an den Lärm und die Erschütterungen einer echten ASDIC-Verfolgung zu gewöhnen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Letzte Instanz: Erst nach erfolgreichem Abschluss der Übungen bei der 27. U-Flottille galt ein Boot als „frontreif“. Eine negative Beurteilung durch Erich Topp konnte zur sofortigen Ablösung des Kommandanten führen.
Personalhistorie: In den Stammrollen dokumentiert die 27. Flottille den Übergang zum aktiven Kriegsdienst. Hier wurde aus technisch geschulten Einzelstationen eine taktisch funktionierende Kampfgemeinschaft geformt.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 Akten der 27. Unterseebootsflottille (Beinhaltet Kriegstagebücher, "Ständige Übungsbefehle" und taktische Berichte über die Manöver in Gotenhafen).
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere (Dokumentiert die Dienstzeiten und Beurteilungen der Flottillenchefs Sobe, Hartmann, Topp und Bauer).
Literaturverweise
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". Band 2: "Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften" (Enthält Details zur Gliederung und den Unterstellungen der Ausbildungsflottillen).
Topp, Erich "Fackeln über dem Atlantik. Lebensbericht eines U-Boot-Kommandanten" (Persönliche Schilderungen seiner Dienstzeit als Chef der 27. U-Flottille und seiner Ausbildungsmethoden).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Darstellung der taktischen Ausbildungsgruppen und der Flottillenorganisation).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132