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Sperrlehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Unter dem Gesamtbegriff Sperrwaffen werden folgende Gebiete zusammengefaßt: die Seemine mit ihren verschiedenen Typen, die Minenabwehr mit ihren verschiedenen Gerätearten, die U-Bootsabwehr (Wasserbomben, Schleppdrachen, U-Bootsnetze) und das Sprengwesen.
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| colspan="3" | Der Sperrlehrgang (auch als Sperrwaffenlehrgang bezeichnet) war die fachspezifische Ausbildung für den Dienst mit Seeminen, Bojen und Netzsperren. Dieser Lehrgang war von zentraler Bedeutung, da er das technische Fundament für alle Minenoperationen der U-Boot-Waffe legte.
 
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| colspan="3" | Gelehrt wurde, neben der Materialkunde und praktischen Unterweisung in der Bedienung der einzelnen Sperrwaffen die aus der Geschichte des Seekrieges mit der noch jungen aber entwicklungsfähigen Sperrwaffe gewonnenen wertvollen Erfahrungen und Erkenntnisse, um im Ernstfall den erfolgversprechenden richtigen, d.h. den der Eigenart dieses Kampfmittels Rechnung tragenden Einsatz sicherzustellen.Die hierfür erforderlichen vielseitigen Kenntnisse werden in entsprechenden Lehrgängen vermittelt. Die Waffenoffiziere, Waffenwarte und das Personal der Sperrmechanikerlaufbahn werden für ihren Dienst auf den Zeugämtern und an der Front für Wartung und Bereitstellung der Sperrwaffen vorwiegend auf dem technischen Gebiet ausgebildet, während der Seeoffizier mehr in der taktischen Verwendung theoretisch und praktisch geschult wird. Grundsatz für die Sperrtätigkeit ist: Theorie ist notwendiges Mittel zum Zweck; Endziel bleibt: die praktische Beherrschung der Waffe.
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| colspan="3" | Entstehung: Die spezialisierte Ausbildung wurde bereits in der Kaiserlichen Marine etabliert und ab 1935 in der Sperrwaffenschule (Sperrschule) in Kiel-Wik (später verlegt nach Sonderburg und Swinemünde) zentralisiert.
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| colspan="3" | Funktion: Vermittlung von Theorie und Praxis der Sperrwaffentechnik.
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| colspan="3" | Ziel: Befähigung zur Planung, Durchführung und Sicherung von Minenunternehmen sowie zum Eigenschutz vor feindlichen Sperren.
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| colspan="3" | Von Lichtbildern, Lehrfilmen und Modellen bei der Unterrichtung wird weitgehend Gebrauch gemacht. Praktische Übungen an Land finden in einer Sperrwaffenübungshalle statt. Als "schwimmender Lehrsaal" für Übungen in See steht der Schule ein Verband von 5 Minensuchbooten und 6 Minenhilfsbooten (umgebaute Fischdampfer) zur Verfügung. Das Ziel der Lehrgänge, die mit einer Prüfung abschließen, ist, jeden Sperrspezialisten für sein Aufgabengebiet gründlich auszubilden. Bei Verfolgung dieses Zieles wird in erster Linie Wert auf Praxis gelegt, wobei festzuhalten ist, daß die Sperrwaffe wie kaum eine andere Waffe des Seekrieges seemännisches Verständnis erfordert.
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| Bundesarchiv Signatur PERS 6 || colspan="3" | Personalakten von Offizieren. In den Werdegängen fast aller U-Boot-Kommandanten ist der „Sperr-Lehrgang“ (oft abgekürzt als Sp.-Lgh.) als fachliche Qualifikation vermerkt.
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Sperrwaffenwesen).
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| Karl von Kutzleben || colspan="3" | Der Seekrieg in der Ostsee (Beschreibt die praktische Anwendung der Sperrausbildung).
 
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Aktuelle Version vom 2. Februar 2026, 16:21 Uhr

Datenblatt Sperrlehrgang
Der Sperrlehrgang (auch als Sperrwaffenlehrgang bezeichnet) war die fachspezifische Ausbildung für den Dienst mit Seeminen, Bojen und Netzsperren. Dieser Lehrgang war von zentraler Bedeutung, da er das technische Fundament für alle Minenoperationen der U-Boot-Waffe legte.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Die spezialisierte Ausbildung wurde bereits in der Kaiserlichen Marine etabliert und ab 1935 in der Sperrwaffenschule (Sperrschule) in Kiel-Wik (später verlegt nach Sonderburg und Swinemünde) zentralisiert.
Funktion: Vermittlung von Theorie und Praxis der Sperrwaffentechnik.
Inhalte: Aufbau und Funktionsweise von Minentypen (Ankertauminen, Grundminen), Zündermechanismen (magnetisch, akustisch, Druck), Minenräumverfahren und der Bau von Netz- und Hafensperren.
Ziel: Befähigung zur Planung, Durchführung und Sicherung von Minenunternehmen sowie zum Eigenschutz vor feindlichen Sperren.
Ende: Die regulären Lehrgänge endeten mit der Räumung der Ostseestützpunkte im Frühjahr 1945.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Minen-U-Boote: Für Offiziere und Sperrgasten auf Booten der Typen VII D und XB war dieser Lehrgang die absolute Voraussetzung. Sie lernten hier das präzise Ausstoßen von Minen aus den vertikalen Schächten.
Wachoffiziere: Fast jeder Wachoffizier absolvierte einen Sperrlehrgang, um die Gefahren durch feindliche Minenfelder (z. B. vor der britischen Küste) einschätzen und Navigationsfehler in verminten Gewässern vermeiden zu können.
Sperrlotsen: Ehemalige U-Boot-Männer mit Sperrausbildung dienten oft als Sperrlotsen, um auslaufende Boote durch die eigenen Minengürtel zu führen.
Quellenangabe
Bundesarchiv Signatur RM 20 Schulen und Bildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Invenio Online-Recherche. Unter dem Bestand der Sperrwaffenschule finden sich die detaillierten Lehrgangspläne und namentliche Teilnehmerlisten.
Bundesarchiv Signatur PERS 6 Personalakten von Offizieren. In den Werdegängen fast aller U-Boot-Kommandanten ist der „Sperr-Lehrgang“ (oft abgekürzt als Sp.-Lgh.) als fachliche Qualifikation vermerkt.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band 2, Abschnitt Sperrwaffenwesen).
Karl von Kutzleben Der Seekrieg in der Ostsee (Beschreibt die praktische Anwendung der Sperrausbildung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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