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Navigationsoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 2. Februar 2026, 11:51 Uhr

Datenblatt Navigationsoffizier
Der Navigationsoffizier (N.O.) war auf Kriegsschiffen und in Stäben der fachliche Leiter für die sichere Schiffsführung. Während auf U-Booten meist der Kommandant oder der Obersteuermann die Navigation faktisch durchführte, war der N.O. auf größeren Einheiten (Zerstörer, Kreuzer) eine eigenständige Dienststellung.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Die Dienststellung ist eine der ältesten Kernfunktionen der Marineführung. In der Kriegsmarine war sie auf allen Einheiten ab Zerstörergröße sowie in Verbandsstäben fest verankert.
Funktion: Er verantwortete die astronomische und terrestrische Navigation sowie die Koppelnavigation.
Schiffsführung: Er war der direkte Berater des Kommandanten in allen nautischen Belangen (Kursberechnung, Gezeiten, Meteorologie).
Instrumente: Er überwachte die Wartung und Justierung der Seekarten, Chronometer, Sextanten sowie der Funkpeil- und Echolotgeräte.
Zusatzaufgabe: Oft fungierte der N.O. zugleich als Adjutant des Kommandanten oder als Signaloffizier.
Ende: Mit der Auflösung der Einheiten im Mai 1945 endete die Dienststellung. Erfahrene N.O.s waren nach dem Krieg aufgrund ihrer Expertise in der Handelsschifffahrt oder beim Deutschen Hydrographischen Institut gefragt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
In den Biografien der Kommandanten ist die Verwendung als N.O. ein Qualitätsmerkmal für nautische Präzision:
Vorausbildung: Viele spätere U-Boot-Kommandanten dienten zuvor als N.O. auf einem Zerstörer oder Torpedoboot. Diese Erfahrung war im Atlantik (Wolfsrudeltaktik) überlebenswichtig, um Treffpunkte exakt einzuhalten.
U-Boot-Besonderheit: Auf U-Booten (Typ VII/IX) gab es selten einen dedizierten Offizier mit dem Titel „N.O.“; diese Rolle füllte der Obersteuermann (Laufbahn III) aus. Wenn ein Kommandant jedoch selbst „nautisch spezialisiert“ war (z. B. als Handelsschiffsoffizier), wurde dies in Beurteilungen oft als „hervorragender N.O.“ hervorgehoben.
Stabsdienst: In den Flottillenstäben gab es einen Verbands-N.O., der die Marschrouten ganzer Gruppen koordinierte.
Quellenangabe
Bundesarchiv Signatur PERS 6 Personalakten von Offizieren der Kriegsmarine. Invenio Online-Recherche. In den Werdegängen ist die Verwendung als „N.O.“ explizit gelistet, oft mit Verweisen auf die nautische Sicherheit des Offiziers.
Bundesarchiv Signatur RM 92 Kriegstagebücher von Zerstörern) – Dokumentiert die Arbeit der N.O.s bei Gefechtsmanövern und schwierigen Wetterbedingungen.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 906 Handbuch für U-Boot-Kommandanten
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Wichtig für die Stellenbesetzungen in den Stäben).
Meldau, Robert Leitfaden der Navigation. (Das Standardlehrbuch, nach dem die N.O.s ausgebildet wurden).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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